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USA Radio
März 11, 2016

Mit dem Zug von einer Küste zur anderen - Q&A zu einem ganz besonderen Roadtrip


Wenn sich einem die Möglichkeit bietet, mit dem Zug durch ein Land zu reisen, nimmt man sie natürlich wahr. Deshalb haben wir uns auf eine Reise quer durch die USA begeben, die uns von Los Angeles in Kalifornien bis nach Washington, D.C. geführt hat. Unterwegs haben wir zahlreiche Zwischenstopps bei vielen berühmten Reisezielen eingelegt.

Begleitet wurden wir dabei von Sankara Subramanian, dem Gründer des Reiseblogs „Be on the Road“, der zu den zehn bekanntesten Reiseblogs in ganz Indien gehört. Sankara ist außerdem der Gründer eines Startup-Reiseberatungsunternehmens und berichtet als öffentlicher Redner von seinen Reisen. Darüber hinaus ist er auch als freiberuflicher Reiseschriftsteller tätig. Seine Artikel wurden bereits in den Zeitschriften National Geographic Traveler India Magazine, BBC Worldwide, Economic Times, The Times of India und vielen anderen Magazinen veröffentlicht. Sein umfangreiches Wissen und seine Neugier der Welt gegenüber machen ihn zu einer faszinierenden und mitreißenden Persönlichkeit. Für uns war es daher eine Ehre und ein Privileg zugleich, mit ihm durch die USA zu reisen. Wir haben ihn nach seinen Eindrücken von den USA gefragt, und hier sind seine Antworten.

Q: Welcher der Orte, die du im Laufe deiner Reise besucht hast, ist dir am besten in Erinnerung geblieben?

A: Das war zweifellos New Orleans. Die Geschichte dieser Stadt weist zahlreiche französische und spanische Einflüsse auf. Wahrscheinlich unterscheidet sich die Stadt deshalb auch so stark vom Rest des Landes. Die festliche Stimmung, die regionale Küche, die gefährlich klingenden Cocktails, die Tabus, der mächtige Mississippi und noch viele andere Dinge machen New Orleans zu meiner absoluten Lieblingsstadt in den Vereinigten Staaten von Amerika.


Q: Welche war die köstlichste Delikatesse, die du auf deiner Reise gegessen hast, und was hat dich so an ihr begeistert?

A: Bourbon Bread Pudding in New Orleans. Ich weiß einen guten Whiskey immer zu schätzen und habe eine besondere Vorliebe für hervorragenden Bourbon. Außerdem habe ich eine Schwäche für leckere Desserts. Wenn man daher großartigen Bourbon mit einem tollen Dessert kombiniert, landet ein solches Gericht mit Sicherheit ganz oben auf meiner Beliebheitsskala.

Q: Was war das Schönste, das du auf deiner Reise gesehen hast, und warum hat es dich so beeindruckt?

A: Die Zugüberfahrt über den Lake Pontchartrain in Louisiana. Zum damaligen Zeitpunkt hatte es stark geregnet und das Wasser im Lake Pontchartrain stand sehr hoch. Als der Zug den See überquerte, spritzte das Wasser auf beiden Seiten der Schienen hoch und man hatte plötzlich das Gefühl, sich nicht mehr in einem Zug, sondern vielmehr auf einem Boot zu befinden. Diese Erfahrung war wirklich surreal, schließlich überquert man nicht jeden Tag derartige Wassermassen in einem Zug.

Ich habe so etwas noch nie erlebt – weder in meiner Heimat noch in irgendeinem anderen Land.

Q: Könntest du uns von einer witzigen Geschichte oder überraschenden Begebenheit erzählen, die dir während der Reise widerfahren ist und die etwas mit dir selbst, den USA oder den Leuten zu tun hat, die du kennengelernt hast? 

A: Wenn ich euch das erzähle, werdet ihr euch ein Lächeln bestimmt nicht verkneifen können.

Als ich auf meiner Reise Washington, D.C. besucht habe, war das mein erster Besuch der Hauptstadt, und wie so viele, die zum ersten Mal dort sind, wollte ich unbedingt das Weiße Haus sehen – den Sitz der Macht und eines der berühmtesten Gebäude der Welt. Als ich jedoch vor dem Weißen Haus stand, habe ich die Welt nicht mehr verstanden. Der Grund dafür war, dass es überhaupt nicht so aussah, wie das Gebäude, das ich schon in so vielen Filmen gesehen hatte. Aus irgendeinem Grund hatte ich mir das Weiße Haus immer mit einer großen weißen Kuppel vorgestellt und als ich davor stand, habe ich verzweifelt versucht, eben diese Kuppel zu entdecken. Erst später wurde mir klar, dass ich das Weiße Haus mit dem Kapitol verwechselt hatte. Aber ich war nicht der einzige Anwesende mit einem perplexen Gesichtsausdruck. Mein amerikanischer Freund und andere Touristen haben einen genauso verwirrten Eindruck gemacht!

Q: Welchen Eindruck hattest du vom Reisen in den USA, bevor du dich auf deinen Trip quer durch das Land begeben hast?

A: Ich habe immer gewusst, dass die Vereinigten Staaten ein großes Land sind, aber da ich mich bei meinen bisherigen Besuchen immer nur westlich von Texas aufgehalten habe, hat es mich förmlich umgehauen, welche unglaublich vielfältigen Landschaften man zwischen Los Angeles und Washington, D.C. zu Gesicht bekommt. Landschaft, Kultur und Geschichte der südlichen Hälfte der Vereinigten Staaten sind unglaublich vielfältig und interessant – angefangen bei der Westküste mit ihrer tosenden Brandung, über die extrem organisierten Straßen von D.C. Und die weiten Wüstengebiete in Nevada, Arizona und New Mexico bis hin zu den Sümpfen von Louisiana.

Aber am interessantesten fand ich die Erkenntnis, dass die Vereinigten Staaten zwar ein recht junges Land sind, aber dennoch eine spannende Geschichte und Kultur vorweisen können. Das hätte ich gar nicht gedacht, da ich mich zu Schulzeiten nie mit amerikanischer Geschichte beschäftigt habe. Daher war ich umso überraschter, als ich es herausgefunden habe.

Q: Was würde jemand, der viel international unterwegs ist, deiner Meinung nach am interessantesten an deiner Reise finden? 

A: Wir sind mit dem Millennium Train Project (MTP) durch das Land gereist und das war wirklich eine interessante Erfahrung. Man reist schließlich nicht jeden Tag in speziell angefertigten Waggons aus der klassischen Ära, die mit durchsichtigen Kuppeldächern, privaten Schlafzimmern, Salons, Küchen und noch vielem mehr ausgestattet sind.

Jeder einzelne Ort, den ich auf meiner Reise mit dem MTP besucht habe, war anders. Im Grunde hat man jeden Tag etwas Besonderes erlebt. Schon das Erkunden der einzelnen Orte war eine aufregende Erfahrung. Auf unserer Reise entdeckten wir das Hollywood-Leben von L.A., die lebhafte koloniale Vergangenheit von New Orleans, das ruhige, an einem Fluss gelegene San Antonio in Texas, die von Fischerei geprägte Stadt Baltimore in Maryland, die noch junge Stadt Austin, wo man völlig verrückt nach Festivals ist, und schließlich auch die Hauptstadt der Vereinigten Staaten.

Ich glaube, dass alle Besucher die unterschiedlichen Landschaften und die vielseitigen Städte der Vereinigten Staaten von Amerika zu schätzen wüssten. Am besten reist man mit dem Zug durch das Land und genießt den atemberaubenden Blick auf die Umgebung.


Q: Welchen Rat würdest du jemandem geben, der eine Zugfahrt quer durch die USA unternehmen möchte?

A: Tut es einfach! Ich kann euch versprechen, dass ihr es nicht bereuen werdet. Man ist zwar langsamer als mit dem Auto unterwegs, aber dafür kann man die Reise aus einer einzigartigen Perspektive genießen. Ich für meinen Teil sitze lieber in einem komfortablen Waggon, erfreue mich an der vorbeiziehenden Landschaft und komme mit Einheimischen ins Gespräch, als unzählige Meilen lang mit dem Auto durch die Wüste zu fahren. 

Q: Gibt es noch etwas, das du deinem Reisebericht abschließend hinzufügen möchtest?

A: Ja, und zwar dass die Zugfahrt mit dem MTP eine wirklich einzigartige Erfahrung für mich war. Da ich aus Indien stamme, bin ich es gewohnt, mit dem Zug zu reisen, aber die Zugfahrt mit dem MTP war wirklich eine Klasse für sich. Außerdem bin ich sehr dankbar dafür, dass ich diese Reise mit tollen Menschen verbringen durfte und mich mit ihnen zusammen an den atemberaubenden Landschaften erfreuen konnte.

Diese Art zu Reisen hat definitiv mein Interesse geweckt und ich freue mich jetzt schon darauf, die nördliche Route von Seattle nach Boston zu erkunden. Ich hoffe, dass es schon bald so weit ist!

 

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