USA Radio
April 19, 2016

Ein perfekter Tag in New Orleans


Als Musikerin in New Orleans habe ich stets einen prall gefüllten Terminkalender, da ist jeder freie Tag etwas Besonderes. Wann immer sich dann die Gelegenheit bietet, genieße ich es, mich einfach in meiner einzigartigen Heimatstadt treiben zu lassen.

Ich starte mit meinem Lieblingsfrühstück in den Tag – einem Omelett mit Krebsfleisch, Bacon und Shrimps im Lil' Dizzy’s Cafe auf der malerischen Esplanade Street. Dieses einheimische Restaurant kenne ich schon aus meiner Kindheit.

Anschließend schlendere ich die Esplanade Street entlang bis zum Vieux Carré, das auch als French Quarter bekannt ist. Hier fühle ich mich inmitten der traditionellen Gebäude jedes Mal in eine andere Zeit versetzt. Sonntags könnt ihr hier mit etwas Glück auf eine „Second Line“ treffen – das ist eine Blaskappellenparade, in deren zweiter Reihe ausgelassen getanzt wird.

Ich nutze die Zeit bis Mittag, um das French Quarter ausgiebig zu erkunden. Das Angebot an Führungen, Museen und Straßenmusik ist vielfältig und abwechslungsreich. Zum Mittagessen kehre ich ins Criollo ein, das Restaurant des Hotel Monteleone. Meist schaue ich, welche Spezialität sie gerade anbieten und bestelle dazu auch immer ein Gumbo – ein in den Südstaaten typisches Eintopfgericht. Nach dem Mittagessen gönne ich mir einen Drink in der Carousel Bar des Hotels. Wie der Name vermuten lässt, steht hier tatsächlich ein echtes Karussell! Es empfiehlt sich, vor 14 Uhr einzutreffen, um noch einen Platz an der sich drehenden Bar zu ergattern.

Anschließend nehme ich die Straßenbahn zur Magazine Street, um ein wenig zu shoppen. Besonders mag ich das Feet First, wo es sehr schöne lokale Mode gibt. Meine lokale Lieblingsmarke ist Move Ya Brass. Ihr solltet New Orleans keinesfalls ohne eines ihrer hübschen T-Shirts oder Tank-Tops verlassen!

Als nächstes mache ich bei Hansen’s Sno-Bliz Halt, wo ich mir einen „Sno-ball“ gönne. So nennen wir in New Orleans Portionen aus feinem Rasureis, die mit köstlichem Sirup aromatisiert werden. Die feinen Sno-balls unterscheiden sich übrigens von den körnigeren Snow-cones, bei denen der Sirup nicht im oberen Teil der Eisportion haften bleibt, sondern bis ganz nach unten durchsickert. Mein absoluter Favorit bei Hensen’s ist der Erdbeer-Sno-ball mit einem Topping aus süßer Kondenzmilch. Ich habe schon Leute gesehen, die als Topping Kondenzmilch nehmen und ihren Sno-ball dann noch mit Eiscreme füllen lassen. Mein Tipp für Einsteiger: Weniger ist manchmal mehr!

Wenn ich einmal nicht zu Hensen’s gehe, steuere ich von der Magazine Street aus den Stadtteil Freret an und kehre ins Mint Modern ein. Hier werden vietnamesische Köstlichkeiten auf originelle Weise mit einem Hauch von New Orleans kombiniert. Ich empfehle die „Green Waffle“, eine himmlische Pandan-Waffel mit Grüntee-Eis. Jimmy, der sympathische Chef des Familienbetriebs, ist immer für einen Scherz zu haben. 

Als Nächstes zieht es mich in die Polo Lounge des Windsor Court Hotels – ein wahrer Geheimtipp in New Orleans! Die Trüffel-Pommes-Frites und Krabbenfrikadellen sind wirklich zum Reinsetzen und das Personal ist unglaublich freundlich.

Bevor ich mich ins Nachtleben stürze, gönne ich mir meist ein reichhaltiges Abendessen. Zu meinen Lieblingsrestaurants für den Abend zählt das Jacques-Imo's Café in Uptown. Der „Alligator and Shrimp Sausage Cheesecake“ ist einfach köstlich. Man kann hier nicht reservieren, aber ich finde immer ein Plätzchen im stimmungsvollen und zünftigen hinteren Teil des Restaurants, der durch das für New Orleans typische kreolische Dekor besticht. Im French Quarter ist das Doris Metropolitan eine meiner Lieblingsadressen. Hier empfehle ich euch eine Reservierung. Das Essen ist nicht preiswert, aber es lohnt sich wirklich. 

Zum Dessert führt für mich kein Weg am Café Du Monde auf dem Jackson Square (mittlerweile gibt es acht Standorte) vorbei. Hier bestelle ich die köstlichen Beignets und einen Café au Lait. Je nach Anlass kann man hier kurz nach dem Dinner oder einer Party verweilen oder es sich den ganzen Abend gemütlich machen.

Ich rate meinem Besuch in New Orleans meist dazu, ein Zimmer im Windsor Court Hotel mit seinen wunderschönen Suiten zu buchen. Dieses Hotel zählt zu den besten Adressen der Stadt und bietet jede Menge Live-Unterhaltung. (Wenn ihr an einem Samstag in New Orleans seid, könnt ihr mich zwischen 21 und 24 Uhr in der Polo Lounge auftreten sehen. Freitags stehe ich zwischen 17 und 20 Uhr im Hotel Monteleone auf der Bühne.)

Wer Live-Musik sucht, wird in der Frenchmen Street im Stadtteil Marigny fündig. Das Angebot reicht hier von traditionellem Jazz (jeden Abend im Snug Harbor) über Jazz-Fusion (sonntags im Spotted Cat) bis hin zu Funk-Soul (im Blue Nile). Stimmungsvoll geht es auch in der Preservation Jazz Hall (ich empfehle die Show von Shannon Powell) und im Maple Leaf (in Uptown) zu. Bitte denkt daran, den Künstlern als Zeichen der Anerkennung ein Trinkgeld zu geben, wenn euch die Show gefällt.  

Und dann stürzt euch einfach ins Nachtleben und tanzt bis zum Morgengrauen. Wenn ihr danach hungrig seid, ist das Streetfood-Angebot reichhaltig. Besonders schmackhaft ist es am Pizza Pirate-Foodtruck.  

 –von Robin Barnes

Robin Barnes, auch bekannt als „The New Orleans Songbird“, wuchs als Kind einer Musikerfamilie in New Orleans auf. Im Januar 2016 wurde sie vom New Orleans Magazine zur beliebtesten Musikerin der Stadt gewählt.


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