USA Radio
April 11, 2016

Ein Tag auf einer Guest Ranch in Texas


Unser Tag beginnt jeden Morgen ungefähr um 7 Uhr. Dann fangen die sieben Wrangler (oder Cowboys) die 30 Pferde im Korral, binden sie fest, striegeln sie und satteln sie für den Tag.

Unser Tag beginnt jeden Morgen ungefähr um 7 Uhr. Dann fangen die sieben Wrangler (oder Cowboys) die 30 Pferde im Korral, binden sie fest, striegeln sie und satteln sie für den Tag.

Anschließend bekommen die Tiere ihr Frühstück. Wir haben zwei Zwergesel, 15 Zwergziegen, Gänse und Eichhörnchen. Sie alle werden gefüttert, sogar die Eichhörnchen.

Unsere menschlichen Gäste frühstücken bis etwa 8:30 Uhr, dann brechen wir auf zu unserem ersten Ritt. Die Silver Spur Ranch hat etwa 120 ha Land und wir bieten vier Ausritte an, zwei vor und zwei nach dem Mittagessen. Manchmal gibt es auch einen fünften Ritt, wenn bei den Gästen Interesse besteht.

Das Schönste am Leben hier draußen ist das Reiten. Nicht umsonst heißt die Gegend Hill Country, also „Hügelland“: es gibt nicht viele Wiesen, sondern man reitet auf Reitwegen die Hügel hinauf und hinunter. Hin und wieder fallen die Pferde in Trab. Sie sind aber die gutmütigsten Tiere, die man sich nur denken kann.

Wir kehren gegen 16 Uhr zurück, laden den Heuwagen auf und besuchen gemeinsam die Longhorn-Rinder. Es ist eine ziemlich interessante Geschichte, wie die Tiere nach Texas kamen, und unsere Gäste wollen gerne mehr darüber hören. Hier draußen im Hill Country sehen wir manchmal Hirsche, Wildschweine, Truthähne, Gürteltiere und sogar hin und wieder ein Stachelschwein.

Gegen 18 Uhr wird das Abendessen aufgetragen, anschließend versammeln sich die Gäste am Lagerfeuer, wo sie Geschichten hören oder einfach nur die Ruhe genießen. Im Sommer ist viel Betrieb am Swimmingpool, da es in diesem Teil des Landes ziemlich heiß werden kann. Hier gibt es außerdem Texas Hold ‘Em-Pokerturniere, einen Poolbillard, einen Kicker und Tischtennis für die Kinder. Und damit nicht genug: Wir haben sogar Kälberattrappen – also Nachbildungen von Kälbern aus Metall – auf denen unsere Gäste das Lassowerfen üben können. Und es macht Spaß, einfach nur ums Lagerfeuer zu sitzen.

Oft sind Gäste, die Texas nur aus dem Fernsehen oder Kino kennen, sehr überrascht, dass sie bei ihrer Ankunft in Houston oder San Antonio in einer Großstadt landen. Aber dann kommen sie hier aufs Land und finden genau das, was sie erwartet haben. Es gibt Cowboys und Longhorn-Rinder sowie Esel und Ziegen. Dies ist das Texas, das sie sich vorgestellt hatten. Viele unserer Gäste stammen aus anderen Ländern und arbeiten beispielsweise in Houston in der Ölbranche. Wir haben viele Besucher aus Europa, aus Australien und Neuseeland oder aus Asien.

Wenn unsere Gäste Lust haben, fahren wir in die Stadt. Es gibt Tanzlokale und Saloons, wo Besucher den Two-Step erlernen und den Honky Tonk hören: ein echtes Eintauchen in die Welt der Country-Musik. In Bandera sind viele gesattelte Pferde zu sehen, mit einem Reiter auf den Straßen oder angebunden an einem Pfosten vor dem Saloon. Nach ein paar Bier ist es dann Zeit, zum nächsten Saloon zu wechseln, und die Reiter schwingen sich wieder auf ihre Pferde.

Man kann hier draußen wirklich viel Spaß haben. Kein anderer Teil von Texas ist damit vergleichbar: Das Hill Country macht richtig süchtig.

 –von Jay Calkins

Jay Calkins ist Leiter der Silver Spur Guest Ranch in Bandera, Texas. Bevor er in Texas aufs Land zog, war er ein Stadtmensch und Geschäftsmann. Sein altes Leben vermisst er nicht im Geringsten.


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