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Boston, Massachusetts

Boston, Massachusetts: Geschichte und Kunst im Überfluss

Von Victoria Shepherd


Ich befinde mich im Landeanflug auf Boston. Aus der Vogelperspektive sieht die üppige Grünlandschaft der Stadt wie ein Decke aus, die sich sanft auf die charakteristischen roten Backsteinhäuser legt. Das erinnert mich an London. Und überhaupt haben die britische Metropole und diese schöne und schillernde Stadt in Massachusetts eine Menge gemeinsam. Beide blicken auf eine lange Geschichte zurück und bieten Kunst und Kultur im Überfluss. Und bei beiden braucht man definitiv mehr als ein oder zwei Tage, um sie zu entdecken.

Boston Tea Party Ships & Museum

Eines der wohl wichtigsten Ereignisse in der Geschichte der Stadt ist die Boston Tea Party, ein Akt des Widerstandes gegen die britische Kolonialpolitik. Daher entscheide ich mich, meine Tour durch Boston im Boston Tea Party Ships & Museum zu beginnen. Während ich an Bord des Handelsschiffs The Beaver gehe, werde ich von historisch kostümierten Darstellern begrüßt. „Lendall Pitts“ und drei seiner Kameraden erzählen mir, welche Ereignisse zu der Amerikanischen Revolution führten und was genau in der Nacht des 16. Dezember 1773 passierte, als Samuel Adams und die „Sons of Liberty“, eine Kolonistengruppierung, 342 Kisten Tee ins Meer bei Griffin’s Wharf kippten, um sich gegen die von den Briten auferlegte Teesteuer aufzulehnen. Jedes Jahr wird der Akt zum Jubiläum nachgestellt. Dabei spendet die East India Brewing Company dem Museum frischen Tee, der in den Boston Harbor gekippt wird.

Museum of Fine Arts

Als Nächstes tauche ich in die schillernde Kunstszene Bostons ein. Das bereits im Jahr 1876 eröffnete Museum of Fine Arts beherbergt mehr als 450.000 Kunstwerke. Von Meisterwerken aus Nord- und Südamerika, Europa, Asien und der Antike bis hin zu Textilien, Mode und Schmuck bietet das MFA eine beeindruckende Kollektion. Ich entscheide mich, zunächst den neuen Westflügel, den Art of the Americas Wing, anzusehen. Hier sind wunderbare Werke von John Singer Sargent, Thomas Sully und John Singleton Copley zu sehen. Letzterer zog 1775 kurz nach Beginn der Amerikanischen Revolution nach England. Ihm wird nachgesagt, dass der Zeitpunkt seiner Auswanderung nicht ganz zufällig gewählt war.

Isabella Stewart Gardner Museum

Ich besuche anschließend das Isabella Stewart Gardner Museum im Viertel Fenway-Kenmore. Die Außenfassade des Gebäudes ist sehr modern und besticht durch ein Werk von Luisa Rabbia mit dem Titel „Waterfall“. Das Museum befindet sich in einem Gebäude aus dem 15. Jahrhundert im Stil eines venezianischen Palazzo. Es umfasst drei Etagen mit Galerien und einen schönen Innenhof mit Garten.

Ich beginne meine Besichtigung im Gothic Room, in dem vornehmlich Gegenstände aus dem europäischen Mittelalter ausgestellt sind. In diesem Raum allein sind Glasmalereien, Tapeten, seltene Bücher und Manuskripte zu sehen. Mittelpunkt ist das von John Singer Sargent angefertigte Porträt der Museumsgründerin.

Alle Werke in dem Museum sind noch exakt in der Position ausgestellt, in der sie Isabella Stewart Gardner selbst platziert hat. Sie hatte die Gabe, Dinge auf eine ganz besondere, ästhetisch ansprechende Art zusammenzustellen, auch wenn sie von außen betrachtet in Bezug auf die Epoche, das Land oder den Kontinenten gar nicht zusammenpassten. Die Zusammenstellung der Werke war ihr so wichtig, dass sie sogar in ihrem Testament veranlasste, dass die Ausstellungsräume genauso bleiben sollten, wie sie sie hinterlassen hat. So soll auch jedes Jahr an ihrem Geburtstag, dem 14. April, eine Gedenkfeier zu ihren Ehren stattfinden.

Ich werde eine Menge schöner Erinnerungen von meinem Besuch in dieser legendären Stadt mit nach Hause nehmen. Und ich werde definitiv wiederkommen, um weitere Abenteuer zu erleben. Und genau das sollten Sie auch tun!

Für weitere Informationen besuchen sie bitte:

Official Boston Travel Information

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