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Clarksdale, Mississippi

Der Blues Highway

Unternehmen Sie eine Wallfahrt zu einer mythischen musikalischen Straßenkreuzung


Der Highway 61 ist die berühmte zweispurige Straße, die arme Musiker vom Land und Farmpächter in den 1930er und 1940er Jahren aus den staubigen Baumwollfeldern Mississippis führte. Dieser „Blues Highway“ führte sie nach Norden in Richtung Memphis und St. Louis, sich zuerst ein Publikum für diese ursprüngliche und emotionale Musik aus Gesang und Gitarrenspiel aus dem „schwarzen“ Süden bildete.

Die Wiege der amerikanischen Bluesbewegung liegt in Clarksdale, einem schaurig verlockenden Ort—eine ebene, sandige Stadt mit 20.000 Einwohnern, die an dem wohlbekannten Knotenpunkt des Highway 61 und 49 liegt — der Straßenkreuzung, so die Legende, wo der angehende Bluesmusiker Robert Johnson seine Seele an den Teufel verkauft haben soll, um als Gegenleistung virtuos auf der Gitarre spielen zu können. Und diese Fähigkeit hatte er sich damals, so schien es, plötzlich über Nacht angeeignet. Johnson, eine gequälte Seele und ein Vagabund, lebte nur für die Musik, guten Whisky und die Frauen. In einem seiner Lieder sang er über ‘Hellhounds on My Trail’, also Höllenhunden, die ihm auf der Spur waren. Mit gerade einmal 29 Jahren wurde er im Jahre 1938 angeblich von einem eifersüchtigen Ehemann im Three Forks Kaschemme in Greenwood vergiftet. Johnson hat einen großen Einfluss auf Generationen von Blues- und Rockkünstlern auf der ganzen Welt ausgeübt.

Clarksdale hat noch weitere Musikgrößen wie z. B. (‘Rocket 88’) Brenston, Sam Cooke, Ike Turner und Muddy Waters hervorgebracht. Schließen Sie sich den tausenden anderen Musikliebhabern aus der ganzen Welt an, die zum Delta Blues Museum pilgern, das sich am Rande der Stadt in einem alten Bahnhof aus dem Jahre 1812 befindet. Hier sehen Sie neben zahlreichen anderen Exponate die echte Holzhütte, in der Waters als Farmpächter in den 1920er Jahren aufwuchs sowie alte Gitarren, Fotografien und andere Artefakte.

Andere Schauplätze, die Sie unbedingt besuchen sollten, sind das Cat Head Delta Blues and Folk Art, wo Sie in Bücherregalen und Schallplattenständern nach verborgenen Schätzen und einzigartiger Kunst stöbern können. Der Ground Zero Blues Club, ein Bauwolllager, das zu einem ‘Juke Joint’ (einfache Kneipe für Afro-Amerikaner Anfang des 20. Jahrhunderts im ländlichen Südosten) umgebaut wurde, liegt nur einen Steinwurf vom Delta Blues Museum entfernt und serviert tagsüber preisgünstige Spezialmenüs, während die Gäste am Abend mit zündender Live-Musik ins Land des Blues entführt werden. Der Oscar-Gewinner Morgan Freeman, der aus Mississippi stammt, ist Teilhaber am Ground Zero Blues Club. Freeman gehört auch das Madidi, eines der gehobensten Restaurants in Mississippi.

Im Allgemeinen sind die Optionen zum Essengehen in der Stadt jedoch viel bodenständiger, wie z. B. die Gerichte bei Abe’s Barbecue, wo Sie Barbecue-Sandwiches mit geschnetzeltem Schweinefleisch bestellen können, legender seit 1924, Hicks’ Variety Foods, das für seine würzigen Tamales aus Maisteig mit Füllung sowie gebratenen Seewolf bekannt ist, und Ramon’s, ein authentisches Lokal mit undichtem Dach und Tischlampen aus alten Whisky-Flaschen, wo als Soul-Food-Spezialität Spaghetti mit Hühnerleber serviert werden.

Ein paar Kettenmotels mögen sich zwar am Stadtrand angesiedelt haben, aber warum sollten Sie dort übernachten, wenn Sie doch ins Shack Up Inn gehen können, ehemals die abbruchreife Unterkunft der Farmpächter? Der frühere Bauernhof, der sich auf der Hopson Plantation befindet, ist nun eine abgelegene ländliche Frühstückspension (B& heißt hier Bett und Bier!). Die aneinandergereihten Hütten (die heute mit sanitären Anlagen und einer Klimaanlage ausgestattet sind) wirken magisch auf Bluesliebhaber, die hierher reisen und die bodenständige Ländlichkeit dieses Ortes hoch schätzen. Das alte Riverside Hotel ist eine Alternative mit Atmosphäre: das Hotel ist ein schnörkelloses einstöckiges Haus im Ranch-Stil, wo schon Ike Turner und der verstorbene Bluesfan John F. Kennedy Jr. genächtigt haben. Seit 1944 ist die Pension bzw. das günstige Hotel bereits im Besitz der Stadt war früher ein Krankenhaus für Dunkelhäutige, in dem die Vorreiterin des Blues, die Sängerin Bessie Smith, im Jahre 1937 nach einem Autounfall auf dem Highway 61 verstarb. Viele Stars des Blues steigen hier regelmäßig ab und während Musik-Festivals ist das Hotel stets ausgebucht.

Wenn Sie sommerliche Temperaturen mit Live-Musik, die sowohl melancholisch als auch erheiternd ist, genießen möchten, dann kommen Sie am zweiten Augustwochenende unbedingt nach Clarksdale zum Sunflower River Blues and Gospel Festival, das in der Innenstadt gefeiert wird. Besuchen Sie Mitte Oktober, wenn die Baumwollernte auf Hochtouren läuft, das literarische Mississippi Delta Tennessee Williams Festival. Williams, der u. a. für seine Meisterwerke Die Glasmenagerie (OT: The Glass Menagerie) und Endstation Sehnsucht (OT: A Streetcar Named Desire) berühmt ist, wuchs in Clarksdale auf.

Diese Inspiration für Ausflüge finden Sie unter:

1,000 Places to See in the United States & Canada Before You Die®

Text für Inspirationen für Ausflüge ©Patricia Schultz. Das Buch des Jahres von Patricia Schultz enthält neben den Kontaktdaten der erwähnten Orte auch viele andere Inspirationen für Ausflüge in den USA.

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