USA Radio
März 11, 2016

Unsere Reise zu den Großen Seen


Im Gebiet der Great Lakes im Mittleren Westen der USA sind die größten Süßwasserseen der Erde zu finden. Die schöne Region ist voller Kontraste: große Städte und unberührte Wildnis, Menschen unterschiedlichster Herkunft und vielfältige Kulturen. Auch in historischer Hinsicht hat die Gegend einiges zu bieten ¬– von der Autoproduktion, Fischerei und Landwirtschaft bis hin zu Rock ‘n’ Roll und Autorennen. All dies lieferte den passenden Hintergrund für unsere Entdeckungsreise.

Die Fahrt begann mit einem Paukenschlag und ein paar Bier am westlichen Ufer des majestätischen Michigansees in Milwaukee, Wisconsin. Unsere erste Station war die Firmenzentrale von Harley-Davidson. Hier zeigt das Unternehmen in einer immensen Sammlung die Entwicklung des „Stahlrosses“ im Laufe seiner Geschichte. Daneben sind zahlreiche Kunstwerke zu sehen. Alles verströmt so viel Adrenalin und Oktan, dass es für unsere gesamte Reise und mehr gereicht hätte. Das weckte unseren Durst und so begaben wir uns anschließend zur Miller Coors Brewery, um dem Firmenmotto gemäß etwas „High Life“ und Hopfen zu genießen und mehr über die Geschichte der Brauerei zu erfahren. Mit einem leckeren Mittagessen auf dem Milwaukee Public Market und einem Spaziergang durch das geschichtsträchtige Stadtviertel Historic Third Ward, das viele interessante Fotomotive bietet, endete ein fantastischer erster Reisetag. Am nächsten Morgen, nach einem schnellen Frühstück im Wolf Peach samt herrlicher Aussicht auf die Stadt, gingen wir zur Autovermietung Alamo Rent A Car, um unseren schicken Jeep Grand Cherokee abzuholen, mit dem wir für unsere kommenden Abenteuer gerüstet wären. Dann machten wir uns auf den Weg in die berühmte „Windy City“ – Chicago, Illinois.

Chicago liegt am südwestlichen Ufer des Michigansees. Die Stadt gehört zu den bedeutendsten im Mittleren Westen der USA. Bekannt ist sie vor allem wegen ihrer sechs Profi-Sportmannschaften, der Chicago Deep-Dish Pizza, der eisigen Winter sowie einer bunten Vielfalt an Kulturen und Restaurants, deren Erkundung einige Tage in Anspruch nimmt. Als Erstes versorgten wir uns auf dem French Market mit Croissants und Kaffee, ehe wir die Stadt auf einer faszinierenden architektonischen Bootsfahrt auf dem Chicago River erkundeten. Am Nachmittag drehte sich alles um Gastronomie und Sehenswürdigkeiten. In Chinatown besuchten wir ein fantastisches Feuertopfrestaurant (wo man Fleisch und Gemüse selber in einem Topf mit würziger Brühe gart). Anschließend fuhren wir in die 108. Etage des Willis Tower (vormals Sears Tower) hinauf, wo sich eine atemberaubende Aussicht auf den See und die Stadt zu unseren Füßen bot. Wir blieben der französischen Küche treu und gönnten uns im französisch-vietnamesischen Restaurant Le Colonial einige hervorragende (und einmalige) Gerichte, wie z. B. Banh Cuon, eine Art gedämpfte vietnamesische Ravioli. Das Essen war reich an Aromen und Geschichten.

Am nächsten Tag standen wir früh auf. Nach einem Frühstück aus Steak und Eiern bei einem Straßenhändler fuhren wir zum Museum of Science and Industry. Die eindrucksvolle Ausstellung umfasst Exponate aus der Welt der Wissenschaft und Technik, darunter Geowissenschaften, Robotertechnik und Raumfahrt. Von unseren Entdeckungen hungrig geworden, fuhren wir zurück in die Innenstadt, wo wir im The Gage, einem Pub mit feiner Küche, zu Mittag aßen. Anschließend gingen wir zum gegenüberliegenden berühmten Millennium Park, wo wir uns das reflektierende Brunnenbecken des Crown Fountain, die „Bean“ (Bohne) genannte Stahlskulptur Cloud Gate und die zahlreichen Spazierwege des eindrucksvollen Stadtparks direkt am Seeufer ansahen. Von dort aus ist es nur ein kurzer Spaziergang zum Jahrmarkt auf dem Navy Pier, wo wir uns ins Riesenrad setzten und die Aussicht genossen – in der Hand eine Erdbeerlimonade gegen den Durst. Zum Abschluss eines weiteren ereignisreichen Tages gönnten wir uns eine typische Deep Dish-Pizza im Lou Malnati's, wo wir unserem chinesischen Gast Lao Song zu Ehren einen Trinkspruch auf Mandarin zum Besten gaben und mit einem enthusiastischen „gam bay!“ anstießen.

Wieder standen wir früh auf, um das Haus der Familie von Michael Jackson, des King of Pop, zu besichtigen. Danach fuhren wir zur Südspitze des Michigansees hinaus, um im schönen Grand Haven, Michigan, die freie Natur zu genießen. 

Grand Haven ist eine ruhige und außergewöhnliche Stadt am östlichen Ufer des Michigansees. Sie wird auch offiziell als „Coast Guard Town USA“ (Stadt der Küstenwache der USA) bezeichnet. Überall in Grand Haven herrscht eine herzliche Atmosphäre, die für den ganzen Mittleren Westen charakteristisch ist. Nach einem wunderbaren Abendessen mit den Leuten von Visit Grand Haven am Ufer des Kanals erlebten wir vom Grand Haven State Park Beach und Pier aus einen der spektakulärsten Sonnenuntergänge, die wir je gesehen haben. Gefesselt von der Farbenpracht des Abendhimmels priesen wir die Schönheit und Weite der Großen Seen. Später stiegen wir wieder ins Auto und fuhren zum Musical Fountain, wo uns eine der aufsehenerregendsten Wasserspielvorführungen des Landes erwartete, die wir live und direkt vom Brunnenrand aus miterlebten. Der Springbrunnen gehört zu den größten seiner Art. Die Wasserspiele finden jeden Abend statt und boten uns ein magisches Erlebnis zum Abschluss des Tages.

Der folgende Tag begann mit einem Ausflug zum Rosie Mound State Park, wo wir die Dünen und Uferzonen erkundeten, die die Wildnis von Michigan prägen. Nachdem wir den Sand aus unseren Schuhen geschüttet hatten, fuhren wir weiter nach Osten in Richtung Grand Rapids, Michigan. Dort gönnten wir uns ein erstklassiges Mittagessen nach amerikanischer Art in der Founder's Brewery und bummelten kurz durch den Ort, ehe wir uns wieder auf den Weg machten, diesmal nach Detroit. Nach unserer Ankunft im Ferry Street Hotel im geschichtsträchtigen Midtown fuhren wir zum Abendessen ins Pegasus in Greektown. Zum Abschluss eines ausgefüllten Reisetages spazierten wir am Ufer des Detroit River entlang, um den Sonnenuntergang zu erleben, und besuchten den einzigen Ort in den USA, von dem aus man in südlicher Richtung nach Kanada (Windsor, Ontario) blickt. Am nächsten Morgen machten wir einen Ausflug in die Musikgeschichte im Hauptquartier von Motown Records, wo Legenden wie Michael Jackson, Smokey Robinson und die Supremes Erfolgstitel aufgenommen hatten. Angesichts der Geschichte in jedem Raum bekamen wir Gänsehaut. Zur Stärkung gönnten wir uns einen klassischen Coney Island Hot Dog (mit einer leckeren Fleischsauce) in einem von zwei konkurrierenden Restaurants, die direkt nebeneinanderlagen. Nach dem Mittagessen besichtigten wir das Guardian Building im Art-déco-Stil und gingen dann ins Henry Ford Museum. Hier konnten wir einen Blick auf die ersten Autos werfen und erfuhren mehr über die Geschichte des Automobils, die so eng mit der „Motor City“ Detroit verbunden ist. 

Als Nächstes fuhren wir weiter nach Cleveland, Ohio. Dort trafen wir pünktlich zu einem spektakulären Sonnenuntergang und einem erstklassigen Abendessen im Lola's in der 4th Street in der Innenstadt ein. Rib-Eye-Steaks, Hummerschwänze und edler Whiskey waren die Stars des Abends. Wir gingen satt und zufrieden zu Bett. Am nächsten Morgen begrüßte uns die Sonne und wir fuhren zur Rock and Roll Hall of Fame und dem zugehörigen Museum. Dort waren ganz besondere Erinnerungsstücke zu sehen, wie z. B. das Motorrad von Elvis, Beyoncés glitzernde Konzertoutfits und handgeschriebene Songtexte von Bob Marley. Als Nächstes machten wir Halt in Columbus, Ohio, wo wir uns ein schnelles Mittagessen aus Gourmetburgern und handwerklich gebrautem Bier in der Wolf's Ridge Brewery gönnten, ehe wir nach Indianapolis, Indiana, weiterfuhren.

Indianapolis ist bekannt für die Indy 500 und den Motor Speedway, die zur hohen Popularität des Autorennsports im Mittleren Westen beitragen. Im Museum bekamen wir jede Menge Geschichte zu sehen und zu hören. Anschließend begaben wir uns selbst auf die Strecke für ein Mitfahrerlebnis der besonderen Art: fast 275 km für drei Runden oktangepowertes Adrenalin in einem echten NASCAR-Stockcar. Daran schloss sich eine Fahrradtour durch die Stadt auf dem Indianapolis Cultural Trail an, der an Sehenswürdigkeiten und Museen vorbei, durch Stadtviertel und unter Brücken am Kanal entlangführt. Nach der Radtour und einem reichhaltigen Mittagessen ging unsere Mannschaft an Bord einer der wenigen echt venezianischen Gondeln in den USA. Am Ruder stand ein ausgebildeter Gondoliere, der liebliche italienische Weisen schmetterte, während wir mit einem Glas Wein in der einen Hand und der Kamera in der anderen den Kanal entlangschipperten. Für das abschließende Mahl unserer Reise begaben wir uns in das bekannte St. Elmo Steak House in der Innenstadt. Hier erwartete uns ein einmaliges Büffet aus Krabbencocktails und Garnelen, die zur Spezialität des Hauses gehören, und dazu erstklassige, genau abgestimmte Rotweine. Indianapolis hat uns sehr viel Spaß gemacht und uns die berühmte herzliche Atmosphäre des Mittleren Westens noch einmal vermittelt, als sich unsere Reise zu den Großen Seen dem Ende zuneigte.

Schaut bald wieder rein, wenn wir euch von weiteren Abenteuern auf unserer Entdeckungstour durch Amerika berichten.

Von Corey Warren


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