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Nachtclubs und Restaurants in der Beale Street in Memphis, Tennessee

Mississippi, Tennessee, Illinois, Texas

Auf den Spuren des Blues in 5 Städten der USA

Nach: Idoia Gkikas

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  • Bundesstaaten:
    Mississippi
    Tennessee
    Illinois
    Texas

Geprägt von den Lebensumständen der Afroamerikaner in den Südstaaten der USA entwickelte sich ein neuartiger, typisch amerikanischer Musikstil, der Künstlern eine markante Ausdrucksform ermöglichte – der Blues.

Dem Lauf des Mississippi folgend breitete sich der Blues von Süden nach Norden aus und vollzog im Laufe seiner Geschichte einige beachtliche Wandlungen. Heute ist der Blues überall auf der Welt zu hören, doch diese fünf US-amerikanischen Städte bilden das Fundament der gesamten Musikrichtung.

Clarksdale, Mississippi: Die Wiege des Blues

Dies ist die Geburtsstätte des ursprünglichen 12-taktigen Delta-Blues. Das Gitarrenstandbild an der Kreuzung „Devil's Crossroads“ markiert die Stelle, wo der Legende nach Robert Johnson dem Teufel seine Seele verkaufte. Im Gegenzug erhielt er die Fähigkeit, den Blues spielen zu können. Eine anschauliche Geschichtsstunde zu Ikonen wie Muddy Waters, Son House und John Lee Hooker erwartet Besucher im Rock & Blues Museum und dem Delta Blues Museum. In Letzterem sind auch die Reste der Kabine zu sehen, in der Waters 1941 seine ersten Titel aufnahm.

Livemusik ist allgegenwärtig. Wer die authentische Atmosphäre eines historischen „Juke Joint“, d. h. einer afroamerikanischen Blueskneipe, erleben möchte, ist in Red's Lounge an der richtigen Adresse. Bekannte Bands und Newcomer treten regelmäßig im Ground Zero Blues Club auf, dessen Miteigentümer kein Geringerer als der Schauspieler und gelegentliche Mississippi-Bewohner Morgan Freeman ist. Das Hopson Plantation Commissary bietet neben großartigen Livekonzerten auch ein Motel in einem umgebauten Plantagenhaus namens Shack Up Inn. Auch das Juke Joint Festival im April, das Sunflower River Blues & Gospel Festival im August oder das Deep Blues Festival im Oktober laden zu einem Besuch ein.

Die berühmte Kreuzung „Devil's Crossroads“ in Clarksdale, Mississippi

Die berühmte Kreuzung „Devil's Crossroads“ in Clarksdale, Mississippi
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Memphis, Tennessee – Heimat des Blues und der Beale Street

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts war die Beale Street in Memphis Anziehungspunkt für Bluesmusiker und ungewöhnliche Charaktere. Die Tage der Alkoholschmuggler, Glücksspieler und Voodoo-Priesterinnen sind zwar inzwischen vorüber, aber der Blues hat seine Stellung behauptet. Entlang der fußgängerfreundlichen Beale Street reiht sich eine Bar an die nächste. Mittendrin finden sich fantastische Restaurants, in denen typisches Südstaaten-Barbecue und Soul-Food serviert werden. Zu den beliebtesten Adressen gehören B. B. King's Blues Club, Blues Hall Juke Joint und Blues City Café.

Memphis wartet noch mit zahlreichen weiteren Schätzen aus der Musikgeschichte auf, darunter das Sun Studio – heute ein National Historic Landmark –, in dem Musiklegenden von Elvis Presley bis B. B. King Tonträger aufnahmen. Dem „King of Rock 'n' Roll“ könnt ihr in Graceland alle Ehre erweisen, wo er von 1957 bis 1977 gelebt hat. Im Blues Hall of Fame Museum könnt ihr euch Erinnerungsstücke der berühmten Mitglieder ansehen, im Rock 'n' Soul Museum auf den Spuren der musikalischen Geschichte von Memphis wandeln und im Stax Museum of American Soul einen Blick auf den glamourösen, vergoldeten Cadillac Eldorado von Isaac Hayes sowie weitere Schätze aus der Welt der Soulmusik werfen.

Besichtigung von Ausstellungsstücken im Sun Studio in Memphis, Tennessee

Besichtigung von Ausstellungsstücken im Sun Studio in Memphis, Tennessee
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Nashville, Tennessee: Stadt der Musiker und Komponisten

Nashville gilt seit über 100 Jahren als Mekka der Country- und Bluegrass-Szene, doch wie steht es mit dem Blues? In Nashville hat Jimi Hendrix eigenen Aussagen zufolge erst gelernt, richtig Gitarre zu spielen, Little Richard holte sich hier seine R&B-Wurzeln, Marion James wurde zur „Queen of the Blues“ und Etta James nahm 1964 in Nashville das Album „Etta James Rocks the House“ auf. Heute wohnt der Bluesmusiker und Grammy-Preisträger Keb' Mo' in der Stadt.

Lohnenswerte Stationen für Musikfans sind das Ryman Auditorium, in dem die inzwischen legendären Grand-Ole-Opry-Radiokonzerte stattfinden, die Country Music Hall of Fame und das zugehörige Museum, das RCA Studio B, in dem Elvis Presley mehr als 200 Titel aufnahm, sowie Sehenswürdigkeiten wie das Johnny Cash Museum, das Patsy Cline Museum und das Musicians Hall of Fame & Museum. Bei einem Spaziergang über den Music City Walk of Fame könnt ihr euch die Sterne der hier verewigten Musiklegenden ansehen. Im B. B. King's Blues Club und in der Bourbon Street Blues and Boogie Bar könnt ihr die mitreißenden Rhythmen der Musik selbst erleben.

Country Music Hall of Fame and Museum in Nashville, Tennessee

Country Music Hall of Fame and Museum in Nashville, Tennessee
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Chicago, Illinois: Blues unter Strom

Als der Blues Chicago eroberte, brachte er neben E-Gitarren auch Texte mit, die speziell das Leben in der Stadt widerspiegelten. Künstler aus Chicago wie Tampa Red übten starken Einfluss auf die Musiker aus den Südstaaten aus, die ihr Talent in den Norden brachten. Zu ihnen gehörte der in Mississippi geborene Muddy Waters, der als „Vater des Chicago Blues“ in die Geschichte einging.

Der typische Chicago Blues erfreut sich immer noch großer Beliebtheit und wird vielerorts in der Stadt geboten. Bekannte Adressen sind Kingston Mines, B.L.U.E.S. oder Rosa's Lounge in der Gegend um den Logan Square. Im Buddy Guy's Legends sind signierte Gitarren und Livekonzerte zu sehen. Ein besonderes Erlebnis verspricht auch der Gospel Brunch an Sonntagen im House of Blues. Jedes Jahr im Juni findet zudem das Chicago Blues Festival statt, das größte kostenlose Bluesfestival der Welt.

Livemusik in Rosa's Lounge, seit 1984 feste Größe der Bluesszene in Chicago, Illinois

Livemusik in Rosa's Lounge, seit 1984 feste Größe der Bluesszene in Chicago, Illinois
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Houston, Texas: Die verkannte Bluesmetropole

Die texanische Stadt Houston wird nicht automatisch mit dem Blues in Verbindung gebracht. Dabei kann sie auf eine stolze Tradition verweisen. In den 1950er und 60er Jahren galt das Plattenstudio Duke/Peacock Records als das einflussreichste afroamerikanische Label für Blues, Gospel und R&B – ein ganzes Jahrzehnt vor Motown. Seine Bedeutung wird mit einer Gedenktafel vor dem alten Aufnahmestudio im Houstoner Stadtteil Fifth Ward gewürdigt.

Einen ersten Eindruck vom musikalischen Angebot der Stadt vermittelt der örtliche Radiosender Houston Blues Radio. Mehr davon wie auch Livekonzerte gibt es im House of Blues, dem Big Easy Social and Pleasure Club, dem Hideaway on Dunvale und dem Shakespeare Pub. Gedenktafeln für Lightnin' Hopkins und den Eldorado Ballroom, einen ehemaligen Blues-Nachtclub, bieten interessante Fotomotive. Der Plattenladen Cactus Music lässt dagegen das Herz von Vinylfans höherschlagen.

Die Skyline der Innenstadt von Houston, Texas

Die Skyline der Innenstadt von Houston, Texas
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