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Der El Capitan ragt vor dem strahlend blauen Himmel im Yosemite-Nationalpark in die Höhe.

Kalifornien

Besteigung des El Capitan im Yosemite-Nationalpark, Kalifornien

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    Kalifornien

Wo andere eine Wand erblickten, sah Kevin Jorgeson einen Weg.

Vor etwa einem Jahr gelang dem nordkalifornischen Athleten und seinem Freund Tommy Caldwell etwas, das bis dahin noch keiner geschafft hatte. Sie kletterten die Dawn Wall, eine beinahe senkrecht verlaufende 914 m hohe Felswand des El Capitan im Yosemite-Nationalpark, Kalifornien, ohne Hilfsmittel hinauf.

Die beiden Freunde dachten, ihre Unternehmung würde überhaupt keine Aufmerksamkeit erregen. „Wir machten uns gar keine Gedanken darüber, wer sich dafür interessieren könnte. Das schien total unwesentlich“, erklärt Jorgeson. Aber da täuschten sie sich. Über verschiedene soziale Medien verfolgten unzählige Fans den 19-tägigen Aufstieg mit Spannung. Jorgesons Instagram-Account explodierte förmlich und verschiedene Zeitungen und Nachrichtenkanäle wie The New York Times und NBC berichteten über das Ereignis. „Ich denke, der Zeitraum von zwei Wochen hat dabei eine ziemlich wichtige Rolle gespielt“, sagt er. „Wenn ein Erfolgserlebnis nur ein Mal in den Nachrichten erwähnt wird, gerät es ziemlich leicht in Vergessenheit. Wenn man aber zwei Wochen lang bei einer Reise in einer spektakulären Landschaft wie dem Yosemite-Nationalpark mitfiebern kann, und das in einer Zeit, in der es viele schlimme Nachrichten auf der Welt gibt, dann ist das eine andere Sache. All diese Faktoren haben die Menschen zum Zusehen bewogen.“

Das Erklimmen des Gipfels gestaltete sich unter anderem überaus mühsam, da das Besteigen des extrem schwierigen Streckenabschnitts „Pitch 15“ erst beim elften Versuch gelang. Seitdem ist Jorgeson zu einem absoluten Outdoor-Star geworden. Er trat unter anderem bei Good Morning America auf, fungierte als Zeremonienmeister bei einer Veranstaltung des NASCAR (National Association for Stock Car Auto Racing) und warf den traditionellen „First Pitch“ bei einem Spiel der San Francisco Giants.

Er geht weiterhin seiner Leidenschaft als Bergsteiger nach und plant eine weitere Route auf den El Capitan. Die Strecke nennt er „New Dawn“. Außerdem widmet sich der 31-Jährige inzwischen wieder vermehrt dem Wildwasser-Rafting, einem Sport, den er in jüngeren Jahren mit viel Begeisterung betrieben hat. Die Grundidee ist, Fluss und Fels miteinander zu vereinen und so bisher unentdeckte Kletterrouten über das Wasser zu erreichen. Die erste Expedition soll auf dem Eel River im Nordwesten Kaliforniens stattfinden.

 Jorgeson möchte sich 2016 und in den Folgejahren weiterhin seinen Traum vom Klettern verwirklichen.