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National Cathedral
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  • Bundesstaaten:
    Washington, D.C.

Ein winziges Stück des Mondes ist Teil dieses meisterhaften Buntglasfensters.

Am 21. Juli 1974, fünf Jahre, nachdem sie als erste Menschen den Mond betreten hatten, überreichten die Astronauten von Apollo 11 – Michael Collins, Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin – der Washington National Cathedral ein kleines Andenken von ihrer historischen Reise.

In den vier Jahren vor der Ankunft des Mondsteins in der Kathedrale hatte Dr. Thomas Pain von der NASA eng mit dem aus St. Louis stammenden Künstler Rodney Winfield zusammengearbeitet, um das Fenster zu entwerfen und zu bauen, in das der Stein eingebettet werden sollte. Das heute als „Space Window“ (Weltraumfenster) bekannte Buntglasfenster zeigt Sterne und die sie umkreisenden Planeten in blauen, grünen, weißen, orangefarbenen und roten Farbtönen. Inspiriert wurde die Abbildung von Fotografien, die bei der Apollo-11-Mission gemacht wurden. Bevor der Stein als Mittelpunkt eines Planeten (oder eines Mondes?) in der oberen Hälfte des Fensters eingefügt werden konnte, waren besondere Vorkehrungen nötig. Die Gesteinsprobe wurde in eine kleine, luftdichte Kapsel eingeschlossen, die mit Stickstoff gefüllt ist, um den Stein vor Verwitterung zu schützen. Selbst die Versiegelung fand in einer Stickstoffumgebung statt, um zu verhindern, dass während des Vorgangs Luft in die Kapsel gelangt.

Verborgenes Mondgestein

Das Gesteinsfragment wiegt gerade einmal 7,18 g und ist Schätzungen zufolge rund 3,6 Milliarden Jahre alt. Es stammt aus dem Meer der Ruhe, dem Mare Tranquillitatis, auf dem Mond und besteht hauptsächlich aus Basalt, der vermutlich aus flüssiger Lava entstand. Außerdem wurde das Mineral Pyroxferroit nachgewiesen, das auf der Erde unbekannt war.

Der Stein wurde der National Cathedral in Washington, D.C. gemeinsam von der Apollo-11-Besatzung, dem Stifter des Fensters, Dr. Pain, und Dr. James Fletcher, dem damaligen Leiter der NASA, überreicht. Die Zeremonie fand aus Anlass des fünften Jahrestages der ersten Mondlandung statt. Präsident Nixon hatte die Schenkung früher in diesem Jahr genehmigt.

Obwohl Wissenschaft und Religion für viele in einem krassen Widerspruch zueinander stehen, zeigt das Space Window in der National Cathedral, dass sich religiöse Gedanken mit Entdeckergeist und den Mysterien des Weltalls in Einklang bringen lassen.

Gut zu wissen

Das Space Window befindet sich auf der Südseite der Kathedrale. Unweit davon, oben am Westturm der Kathedrale, wird das Weltraummotiv durch ein unerwartetes Science-Fiction-Element ergänzt: eine Groteske in Gestalt von Darth Vader.

Für Atlas Obscura erstellte Originalinhalte.

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