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Henry River Mill Village
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  • Bundesstaaten:
    North Carolina

Ein verlassenes Dorf, das in „Die Tribute von Panem“ als post-apokalyptische Einöde diente, sucht einen neuen Besitzer.

Das Henry River Mill Village wurde 1905 ins Leben gerufen und wie in vielen Goldrausch-Städten versprach man sich auch hier Arbeitsplätze und Wohlstand. So sollte es dann auch kommen. Binnen kürzester Zeit wuchs die Stadt auf über 20 Gebäude an. Die Bevölkerung, die dort lebte, arbeitete fast ausschließlich in der Fabrik. Hier wurde ein halbes Jahrhundert lang kilometerlanges, feines Garn produziert. Doch wie viele Boomtowns hatte auch diese Stadt keine Zukunft.

Als sich die Industrie weiterentwickelte, wurde die Textilstadt mit der Zeit immer bedeutungsloser (genauso wie die Unmengen an Garn). Deshalb wurde die Henry River Mill 1973 geschlossen. Doch die Stadt starb bereits vor der Schließung der Fabrik aus. Die Menschen zogen weg – wegen der Arbeit, wegen der Familie oder um in einer besseren Gegend zu wohnen. Dass die Fabrik von den Menschen lebte und nicht umgekehrt, ist fast schon ein Sinnbild längst vergangener Zeiten. So war es nicht verwunderlich, dass die Fabrik vollständig schließen musste, als die Menschen aus der Gegend wegzogen.

District 12 aus „Die Tribute von Panem“

Seit 1987 auch der letzte Bewohner die Stadt verließ, ist diese völlig verlassen. Alles, was jetzt noch bleibt, ist eine beeindruckend moderne Stadt aus dem Industriezeitalter. Und diese gehört einem einzigen Mann. Der 83-Jährige Wade Shepherd ist ein Bewohner aus der Gegend und besitzt nun alle 20 Gebäude im Henry River Mill Village. Er kaufte sie aus dem ganz einfachen Grund, weil er es konnte (warum auch nicht?) und weil er für Sicherheit sorgen wollte – zuvor war das Dorf immer mehr zu einem Ort des Vandalismus verkommen, an dem Tunichtgute ihr Unwesen trieben.

2012 wurde das Henry River Mill Village kurzzeitig durch Ruhm und Reichtum zu neuem Leben erweckt – Hollywood entschied sich dazu, das heruntergekommene Dorf als Schauplatz für den post-apokalyptischen, dystopischen District 12 aus dem Kinohit „Die Tribute von Panem“ zu nutzen. Die Stadt kam in verschiedenen Szenen des Films vor und kurze Zeit später begaben sich unzählige Touristen und Abenteuerlustige dorthin. Es wurden Touren, Wanderungen und Sightseeing-Trips angeboten, in der Hoffnung, aus dem monumentalen Erfolg der Geschichte Kapital zu schlagen.
 

Wade Shepherd wittert darin seine Chance, Nägel mit Köpfen zu machen, und möchte die gesamte Stadt nun verkaufen – für 1,4 Mio. USD.

Gut zu wissen

Wenn ihr auf der I40 zur Henry River Road (erste Ausfahrt in Burke County in Richtung Westen von Hickory aus) und anschließend in Richtung Süden fahrt, befindet sich das Areal direkt am Fluss. Das Land wurde vor Kurzem an einen Reiseveranstalter verkauft, der geführte Touren für 15 USD pro Person anbietet.

Die Inhalte wurden ursprünglich für Atlas Obscura erstellt.

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Reiseziel

Asheville