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Schmackhafte Beiträge zu einem Kuchenwettbewerb in Delmont, South Dakota

Pennsylvania, Florida, Massachusetts, Michigan, Kalifornien, Alabama, Texas

American Pie: Porträt eines Dessertklassikers

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Für viele Amerikaner ist ein Stück Kuchen das i-Tüpfelchen zu jeder Mahlzeit.

Der typische amerikanische Kuchen hat eine butterige Kruste, unter der sich die unterschiedlichsten verführerischen Füllungen verstecken. Ob mit frischer Schlagsahne oder zu Vanilleeis, einem schaumigen Baiser oder sogar einer Scheibe würzigem Cheddar (beliebt in einigen Regionen des Nordostens und Mittleren Westens): Dieses himmlische Dessert lässt sich in unzähligen Varianten genießen. Ganz gleich, ob ihr in einem nostalgischen kleinen Diner auf dem Land oder einem gehobenen Restaurant in der Großstadt einkehrt – lasst am besten bei jedem Essen noch etwas Platz für den Nachtisch.

Nordosten

Fast alle Einwohner der Bundesstaaten im Nordosten der USA bekommen einen verklärten Blick, wenn sie vom herbstlichen Apfelpflücken auf den Plantagen, von frischem Cider und dem spektakulären bunten Herbstlaub ihrer Heimatregion erzählen. Die Obstgärten und Plantagen öffnen in der Regel um den Labor Day am ersten Montag im September. Wenn ihr eure Apfelernte zu Kuchen verarbeiten wollt, erkundigt ihr euch am besten bei den Bauern, welche Sorte dafür besonders gut geeignet ist. (Beliebt sind vor allem Granny Smith und Rome Beauty.) Ihr überlasst die körperliche Arbeit lieber anderen? Auf den meisten Plantagen werden auch frisch gebackene Kuchen verkauft, unter deren goldener Kruste sich eine perfekt abgestimmte Mischung aus knackigen Äpfeln, Zucker, Zimt und Muskat verbirgt.

Die legendäre Apple Pie bekommt ihr überall im Land. Besonders passionierte Dessertliebhaber sollten aber eine „Pilgerreise“ ins ländliche Lancaster County, Pennsylvania, erwägen. Die landesweit älteste Siedlung der Amischen ist bekannt für ihre Shoofly Pie mit einer Füllung aus Rübensirup und Streuselbelag. Der Name dieser traditionellen Spezialität (Shoofly bedeutet so viel wie „Fliegen verscheuchen“) erinnert an Zeiten, in denen noch im Freien gebacken wurde.

Natürlich dürft ihr auch Boston nicht verlassen, ohne den Kuchen probiert zu haben, der hier erfunden und nach der Stadt benannt wurde. Am besten bestellt ihr die Boston Cream Pie im Omni Parker House im Zentrum von Boston, Massachusetts, denn dort wurde das Dessert 1856 zum ersten Mal serviert. Wenn ihr den Mund dann wieder frei habt, könnt ihr euch an der leidenschaftlich geführten Diskussion beteiligen, ob die Biskuitschichten mit Cremefüllung und Schokoladenüberzug überhaupt als Kuchen bezeichnet werden können oder nicht doch eher schon eine Torte sind.

Kuchen aus der Pie-Backform kommen überall in den USA in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen auf den Teller.

Kuchen aus der Pie-Backform kommen überall in den USA in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen auf den Teller.
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Südosten

Wie generell in der Küche des Südostens steht auch beim Kuchen immer der Wohlfühlfaktor im Vordergrund. Dem täglich wechselnden Angebot in den Soul-Food-Restaurants ist nur schwer zu widerstehen. Auf der Karte stehen Variationen mit Süßkartoffeln, Pekannüssen, Zitrone, Pfirsich bzw. Erdbeere oder auch „Chess Pie“ (ein Kuchen mit Cremeguss, der eventuell noch mit Vanille, Schokolade oder sogar Kokosnuss verfeinert wird).

Florida (vor allem der Süden des Bundesstaats) ist als Anbaugebiet der hellgelben Limetten bekannt. Keine Frage also, dass hier ein Stück Key Lime Pie bestellt wird – ein süß-herber Kuchen, für den Limettensaft mit gesüßter Kondensmilch vermischt und mit einem Baiser oder Schlagsahne garniert wird. Dazu noch die sanfte Meeresbrise und schon seid ihr im Paradies!

Ein hübsch angerichtetes Stück süß-herbe Key Lime Pie in Florida

Ein hübsch angerichtetes Stück süß-herbe Key Lime Pie in Florida
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Mittlerer Westen, Pazifikstaaten, Westen und Südwesten

Michigan ist quasi ein Synonym für Kirschen. Die leckere Ernte kommt besonders gern in Form von Kuchen oder Obsttörtchen auf den Tisch, wobei sich gelegentlich auch noch Pfirsiche, Äpfel oder Rhabarber dazugesellen. In den Pazifikstaaten und im Westen der USA wird beim Backen vor allem auf „Marionberries“ (eine Kreuzung aus Logan- und Brombeere), Himbeeren und wilde Heidelbeeren zurückgegriffen.

Die amerikanischen Backtraditionen sind eng mit der Geschichte der jeweiligen Region verknüpft. Die frittierten Apfeltaschen im Südwesten rufen unweigerlich Assoziationen mit Köchen hervor, die Teigtäschchen mit Obstfüllung und Streuselbelag an die Rancher verteilen. Die „Hoosier Sugar Cream Pie“ aus drei Zuckerarten, Sahne in Doppelrahmstufe und Vanille haben schon Generationen von Bauernfamilien im Mittleren Westen zu schätzen gewusst.

Erkundigt euch unterwegs unbedingt nach den jeweiligen traditionellen Kuchensorten und gönnt euch nach jeder Mahlzeit noch ein echtes Stück Amerika auf dem Teller.

Erdbeeren und Rhabarber: Ein starkes Duo

Erdbeeren und Rhabarber: Ein starkes Duo
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Ein Hoch auf die American Pie

  • Im April könnt ihr euch beim Great American Pie Festival in Celebration, Florida, am Never-Ending Pie Buffet den Teller voll laden.
  • Eine Spezialität des Lancaster Countys, Pennsylvania, ist die „Whoopie Pie“. (Auch sie ist streng genommen eigentlich kein Kuchen, sondern eher eine Art Doppelkeks aus zwei Schokohälften mit süßer Cremefüllung.) Verbinden lässt sich die Kostprobe mit einem Besuch auf einem Bauernhof, bei dem ihr mehr über das Leben der Amischen erfahrt. Es gibt sogar ein Whoopie Pie Festival mit 100 verschiedenen Varianten der Whoopies.
  • Im Herbst kommt klassischerweise süß-würziger Kürbiskuchen auf den Tisch. Ob ihr euch für die traditionelle Variante entscheidet, die zu Thanksgiving am vierten Donnerstag im November serviert wird, oder lieber mit ausgefalleneren Versionen experimentiert, die frisch geröstetes Obst, eine Kruste aus Ingwerkeksen oder einen Hauch Pfeffer enthalten, bleibt euch überlassen.
  • Apple Pie, das „Nationaldessert“ der USA, bekommt ihr fast in jeder Stadt und jedem Ort des Landes. Besonders zu empfehlen sind das Pie Lab in Greensboro, Alabama, das Apple Pan in Los Angeles, Kalifornien, und der Paris Coffee Shop in Fort Worth, Texas.

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