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Das Arbeitswerkzeug eines EDM-DJs

Illinois, Michigan

Die Entwicklungsgeschichte elektronischer Musik in den USA

Von: Idoia Gkikas

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  • Bundesstaaten:
    Illinois
    Michigan

Die elektronische Tanzmusik (EDM) wurde über mehrere Jahrzehnte durch amerikanische Künstler und internationale Einflüsse immer weiterentwickelt und hat dabei eine wachsende Fangemeinde gewonnen.

Hier erfahrt ihr mehr über die Entwicklungsgeschichte von EDM sowie über die einzelnen Subgenres und amerikanischen Stilrichtungen, die bekanntesten DJs und vielversprechende junge Talente. Hört euch den einen oder anderen Song an und überlegt euch dabei in Ruhe, wo ihr eure Lieblings-Entertainer demnächst live erleben wollt.

EDM-Geschichte – wer, wann, wo

Heute wird bei EDM mit der neuesten Ausrüstung und Sound-Software experimentiert. Doch das war nicht immer so: Angefangen hat alles in den 1970er Jahren, als DJs in versteckten Nachtclubs Synthpop und Disco mixten.

Ab den späten 1970ern und frühen 1980ern setzten sich Synthesizer und elektronisch veränderte Sounds nach und nach international durch. Als Geburtsort der Techno-Musik gilt aber Detroit, Michigan. Juan Atkins, Kevin Saunderson und Derrick May – bekannt als „The Belleville Three“ und benannt nach dem gleichnamigen Detroiter Viertel – schufen Sounds, die sich auf neuartige Weise replizieren, remixen und in Unterhaltungsmusik einbinden ließen.

Etwa zur selben Zeit kam in Chicago, Illinois, ein ähnlicher Trend auf. Die dortigen DJs kombinierten Disco, Soul und neue Synthesizer-Sounds und entwickelten dabei eine besondere Vorliebe für dröhnende elektronische Beats. 1977 eröffnete der inzwischen legendäre DJ Frankie Knuckles den Nachtclub The Warehouse. Sein einzigartiger Mixstil und der Name des Clubs dienten als Vorbild für die Bezeichnung „House“. Knuckles selbst erhielt den Spitznamen „Pate des House“ und im Zentrum Chicagos wurde ihm zu Ehren die Straße an der Ecke Jefferson/Adams in Frankie Knuckles Way umbenannt. Andere frühe Vertreter der House-Szene waren Phuture, Mr. Fingers und Kym Mazelle, die „First Lady der House-Musik“.

In den 1980er Jahren begann die elektronische Musik einen weltweiten Siegeszug. Das Spektrum reichte von „Take on Me“ von a-ha bis zu Technotronics „Pump Up the Jam“. In den 1990ern etablierte sich der Musikstil als eigenes Genre. Zu den prägenden internationalen EDM-Künstlern der 1990er Jahre, die sich auch in den USA durchsetzen konnten, gehörten Daft Punk, The Chemical Brothers, Kraftwerk, David Guetta und Tiësto. Unter den amerikanischen Künstlern ist vor allem Moby zu nennen und sogar Madonna aus Detroit experimentierte auf ihren Alben „Bedtime Stories“ und „Ray of Light“ mit EDM-Sounds.

Heute zeichnet sich EDM durch viele unterschiedliche Stilrichtungen, unzählige DJs, riesige Musikfestivals, ausgezeichnete Veranstaltungsstätten und eine internationale Fangemeinde aus. Selbst Mainstream-Sänger wie Taylor Swift, Selena Gomez oder Justin Bieber binden ganz selbstverständlich elektronische Tanzmusik in ihre Songs ein.

Daft Punk zählten zu den prägendsten EDM-Künstlern der 1990er Jahre und sind noch immer aktiv.

Daft Punk zählten zu den prägendsten EDM-Künstlern der 1990er Jahre und sind noch immer aktiv.
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EDM heute – Subgenres und bedeutende amerikanische DJs

Die zahlreichen Subgenres von EDM sind heute in aller Welt zu hören – von Nachtclubs über DJ-Contests bis zu gigantischen Musikfestivals. So schnell wie die Technologie entwickeln sich auch die kreativen Ansätze weiter.

Bei der Suche nach neuen Künstlern und Musik-Events ist es hilfreich, den Überblick über die einzelnen EDM-Subgenres zu behalten. Die Stilrichtung House unterteilt sich in Deep House, Progressive House, Electro House, Tech House und Tribal House. Bei Trance wird nach Progressive Trance, Tech Trance, Vocal Trance und Psytrance unterschieden. Dubstep umfasst die Subgenres Brostep, Glitchstep, Trap, Afro-Dub und Wonky. Zu Drum and Bass gehören Darkstep, Drumfunk, Drumstep, Hardstep sowie Drill and Bass.

Diese zehn DJs zählen zu den Vorreitern elektronischer Musik in den USA:

  • 12th Planet – Dubstep, Trap, Jungle Drum and Bass; erhielt 2017 vom DJMag die Auszeichnung als bester Produzent Nordamerikas
  • Bassnectar – Dubstep, Drum and Bass, Breakbeat, Downtempo; Festival-Headliner mit regelmäßig ausverkauften Soloshows
  • Carl Craig – House, Detroit Techno; sein Album „Sessions“ (2008) wurde von Rolling Stones zum viertbesten unter den 30 besten EDM-Alben aller Zeiten gewählt.
  • Dillon Francis – Moombahcore, Electro House, Trap, Progressive House; in der Comedy-Serie, „What Would Diplo Do?“ in einer Nebenrolle zu sehen
  • Diplo – Moombahton, Trap; sein Titel „Revolution“ von 2013 wurde von US-Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders in einem TV-Wahlspot verwendet.
  • Kaskade – House, Progressive House, Electro House; von DJ Times und Pioneer DJ 2011 und 2013 zum besten DJ Amerikas gewählt
  • Mija – Dubstep, Post-Hardcore, Trap; begann mit 18 als Rave-Promoterin und tritt heute auf bedeutenden Festivals wie Burning Man und Bonnaroo auf
  • Porter Robinson – House, Electro House, Synth-Pop; wird mit seinen 25 Jahren zu den EDM-Wunderkindern gezählt
  • Skrillex – Dubstep, Electro House, Trap, Post-Hardcore; hat mehr Grammy Awards erhalten als jeder andere Künstler im Bereich elektronischer Musik
  • Steve Aoki – Dubstep, Electro House; erfolgreicher DJ und Produzent, über den mit „I’ll Sleep When I’m Dead“ ein eigener Netflix-Dokumentarfilm gedreht wurde

 

Jenseits der Musik: EDM in Kunst und Kultur

Musik ist zwar die wichtigste Komponente von EDM, aber längst nicht die einzige. Tatsächlich hat sich rund um elektronische Musik eine eigene Kultur mit speziellen Kleidungs-und Modetrends entwickelt. Werke der bildenden Kunst werden ihr ebenso zugeordnet wie Flow Art, eine hypnotische Form von Performance-Kunst, die menschliche Bewegungen mit visuellen Hilfsmitteln wie Leuchtstäben, bunten Accessoires und anderen tragbaren Leuchtmitteln kombiniert.

Überall in den USA setzen Modeschauen auf EDM – und das nicht nur bei der Musik für den Laufsteg, sondern auch bei Kleidung und Accessoires. 2015 sorgte Miley Cyrus für Aufsehen, als sie gemeinsam mit dem Designer Jeremy Scott eine Kleidungskollektion im Raver-Look herausbrachte. Auf der New York Fashion Week 2017 performte Uniiqu3 „Werk Ya Bawdy“ auf dem Laufsteg, bevor die Models zu den Klängen des Mix die neueste Mode präsentierten.

Kunst, Makeup, Licht und Mode – inspiriert von EDM

Kunst, Makeup, Licht und Mode – inspiriert von EDM
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EDM live

EDM wird in fast jedem Nachtclub gemixt. Es gibt aber eine Reihe von Orten, die so ausgefallen, berühmt und innovativ sind, dass sie eine besondere Erwähnung verdienen.

  • XS im Wynn, Las Vegas, Nevada: Einer der beliebtesten und umsatzstärksten Nachtclubs der USA
  • Beta, Denver, Colorado: 2007 eröffneter Nachtclub, der schon von den Zeitschriften Rolling Stone und Billboard in höchsten Tönen gelobt wurde
  • Liv, Miami, Florida: Nachtclub im mondänen Fontainebleau Hotel im schicken South Beach
  • Cielo, Manhattan, New York: Intimer Club, gegründet von einem ehemaligen Ibiza-DJ

Auch bei vielen Musikfestivals gehören EDM-Musiker zum Lineup. Diese Events solltet ihr euch bei eurem nächsten Besuch in den USA nicht entgehen lassen:

  • Movement, Detroit, Michigan: Der Urvater der EDM-Festivals in der Geburtsstadt des Techno
  • Electric Daisy Carnival, Las Vegas, Nevada: Überschwängliches Musik- und Unterhaltungsspektakel mit den größten Namen im EDM-Geschäft
  • Beyond Wonderland, San Bernardino, Kalifornien: Verspielte Kostüme, Kunstdarbietungen und Lichtshows nach dem Vorbild von „Alice im Wunderland“
  • Holy Ship! Port Canaveral, Florida: Kreuzfahrt in die Bahamas mit Musik am laufenden Band und privaten Strandpartys
  • Electric Zoo, Randall’s Island Park, New York City: Führendes EDM-Festival auf einer Insel zwischen Manhattan, der Bronx und Queens

Der Electric Daisy Carnival, eines von zahlreichen erstklassigen Festivals, auf denen EDM gespielt wird

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