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Selfie vor dem Muscle Shoals Sound Studio in Alabama
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Im Gegensatz zu anderen Genres sind die prägenden Labels, Studios, Städte und Künstler des Souls untrennbar miteinander verflochten.

Das gilt für Otis Redding und Stax Records in Memphis, Tennessee, wie auch für die Jackson 5 und Motown in Detroit, Michigan. Hier stellen wir euch die Städte und Labels vor, die den Soul groß gemacht haben.

Memphis, Tennessee: Stax Records – Hit für Hit zur Legende

Als die Gründer von Satellite Records in Memphis den Namen ihres Aufnahmestudios 1960 in Stax (ausgesprochen wie das englische Wort „stacks“, das Stapel bedeutet) umänderten, konnten sie kaum ahnen, wie treffend die neue Bezeichnung gewählt war: Über die Jahre sammelten sich nämlich gleich stapelweise Künstler bei dem Label an, die Hits am laufenden Band veröffentlichten und mit ihrem charakteristischen Sound die Musikwelt revolutionierten. Zu den berühmtesten Vertretern gehörten Otis Redding, bekannt für „(Sittin’ On) The Dock of the Bay“, und Wilson Pickett mit der Hit-Single „In The Midnight Hour“. Diese und andere Musiker wurden durch ihre gefühlvollen Balladen, lasziven Grooves, charakteristischen Hörner und kraftvollen Stimmen zu Stars und zogen das Label gleich mit. Anfang der 1970er etablierte Stax Records noch einen weiteren für Memphis typischen Sound: den Funk-basierten Soul von Isaac Hayes, den Staple Singers und Albert King.

Mehr über das Label erfahrt ihr im Stax Museum of American Soul, das sich im selben Viertel von Memphis befindet, in dem Stax seinen Sitz hatte. Zu sehen sind unter anderem eine Studionachbildung mit Originalinstrumenten, eine riesige Wand, an der alle Plattenhits verewigt sind, und der vergoldete Cadillac Eldorado von Isaac Hayes. Die als Soulsville bekannte historische Gegend ist auch eine gute Adresse für Soul-Food. The Four Way serviert z. B. nach Landart frittierte Steaks, frittiertes Hähnchen, Macaroni & Cheese und andere Klassiker. Freunde von Livemusik sollten im B.B. King’s Blues Club vorbeischauen. Dort treten unter anderem die acht Mitglieder starke Band King Beez oder Blind Mississippi Morris auf, einer der besten Harmonikaspieler der Welt. Beim Musikfestival Soulsville USA stellen sich jeden Oktober neue Musiker auf insgesamt drei Bühnen vor. Das bunte Rahmenprogramm umfasst Kunst, verschiedene Formen von Steptanz, Gastronomie und Führungen durch das Stax Museum.

Ein klassisches Vinyl-Album mit dem Label von Stax Records

Ein klassisches Vinyl-Album mit dem Label von Stax Records
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Detroit, Michigan: Motown Records – der Sound einer ganzen Bewegung

Der in Detroit geborene Songwriter Berry Gordy baute Motown Records zu einem der einflussreichsten Labels der Musikgeschichte auf. Sein Erfolgsrezept: Künstler, die über fast 60 Jahre hinweg Stil, Mode, Ausdrucksweise und Musikgeschmack ihres Publikums immer wieder neu definiert und dabei eine wahre Flut an Hits produziert haben. Die Temptations („My Girl“), Marvin Gaye („I Heard It Through The Grapevine“) oder die Supremes („Baby Love“) sind nur einige der Megastars von Motown, die mit ihren Hits bis heute andere Künstler beeinflussen.

Das Motown Museum am Originalsitz des Aufnahmestudios trägt den Spitznamen „Hitsville USA“. Im Studio A könnt ihr euch die Originalausstattung und -instrumente ansehen, die bei den Aufnahmen der Smash-Hits zum Einsatz kamen, und dann den Kontrollraum besichtigen, in dem unter anderem schon Smokey Robinson an den Knöpfen schraubte und an den Reglern schob. Um sicherzustellen, dass euch kein Highlight entgeht, nehmt ihr am besten an einer der unterhaltsamen Gruppenführungen teil. Im Rahmen der Tour könnt ihr auch einen Blick in die Wohnung im Obergeschoss werfen, in der Gordy in den Anfangsjahren des Labels gelebt hat. Der Souvenir-Shop verkauft Noten, Songbooks, CDs und andere Andenken.

 

Das Motown Museum in Detroit, wo unzählige Hits produziert wurden

Das Motown Museum in Detroit, wo unzählige Hits produziert wurden
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Florence und Muscle Shoals, Alabama: FAME Studios und Muscle Shoals Sound Studio – hitverdächtige Studiomusiker

Aretha Franklin ist nur ein Beispiel für die Bedeutung und den Einfluss von Florence Alabama Music Enterprises, besser bekannt als FAME. Gegründet wurde das Label Ende der 1950er Jahre von den Songwritern Rick Hall, Billy Sherrill und Tom Stafford. FAME legte den Grundstein für Franklins Karriere, denn hier nahm sie 1967 mit „I Never Loved a Man (The Way I Love You)“ ihre erste Millionen-Single auf. Dieser Erfolg war zu großen Teilen den Studiomusikern von FAME zu verdanken. Gitarrist Jimmy Johnson, Bassist David Hood, Keyboarder Barry Beckett und Drummer Roger Hawkins haben an einer ganzen Reihe der erfolgreichsten Platten der Soul- und Rock-Musik mitgewirkt. Später stiegen mehrere als „Swampers“ bekannte Studiomusiker bei FAME in Florence, Alabama, aus und gründeten im nahen Muscle Shoals ein eigenes Label. Sie nahmen Soul-Alben für Aretha Franklin, Wilson Pickett und die Staple Singers auf und produzierten auch erfolgreiche Rockplatten für die Rolling Stones, Elton John oder Bob Dylan.

Um so viel wie möglich über die Geschichte und den Sound von FAME und Muscle Shoals zu erfahren, könnt ihr im Besucherzentrum von Florence Tickets für eine Tour buchen, die an den FAME Recording Studios in der Avalon Avenue in Muscle Shoals startet, euch dann zum Shoals-Originalstudio in Sheffield, Alabama, führt und in der Alabama Music Hall of Fame in Tuscumbia endet, wo Originalaufnahmegeräte, Instrumente, Exponate und Erinnerungsgegenstände zu Künstlern wie Nat King Cole, Elvis Presley oder Martha Reeves gezeigt werden.

 

Philadelphia, Pennsylvania: Gamble-Huff Music – Soul auf der Überholspur

Ohne Kenny Gamble, Leon Huff und ihr Label Philadelphia International Records würde es den Musikstil Disco heute wohl nicht geben. Das Songwriter-Duo hat den Philadelphia Soul aus überschwänglichen Streichern, wummernden Beats und fröhlichen Grooves erfunden. Songs wie „If You Don’t Know Me By Now“ von den Blue Notes (1972) oder „Love Train“ von den O’Jays (ebenfalls 1972) haben die Charts im Sturm erobert und das Genre neu definiert. Bis 1976 hatte sich das Studio als führendes Soul-Label der USA etabliert und den Konkurrenten Motown vom Thron gestoßen. An Erfolgen konnten die Produzenten da unter anderem schon den Titelsong der Fernsehsendung „Soul Train“ und den beliebten Hit „TSOP (The Sound of Philadelphia)“ von MSFB (Mother Father Sister Brother) vorweisen. 1976 gelang es ihnen außerdem, die Jacksons von Motown abzuwerben. Gamble war aber nicht nur damit beschäftigt, zusammen mit seinem Partner Huff den Soul neu zu erfinden und Dutzenden Künstlern zum Ruhm zu verhelfen. Er nutzte seinen Erfolg auch, um afroamerikanischen Arbeitervierteln im Süden Philadelphias auf die Beine zu helfen, und gründete dazu Universal Companies, eine der größten Immobilienentwicklungsgesellschaften der Stadt.

Um Soul und Blues live zu hören, empfiehlt sich ein Besuch im Restaurant Warmdaddy’s am Delaware River. Auf der Karte stehen Soul-Food-Gerichte wie Hähnchen und Waffeln, Short Ribs oder Wels nach Lowcountry-Art. Im Fillmore Philadelphia könnt ihr Acts wie A Boogie Wit Da Hoodie oder Miguel erleben.

 

New York City, New York: Atlantic Records – Label-Gigant mit bescheidenen Anfängen

Kaum zu glauben, aber wahr: Als der türkisch-amerikanische Songwriter Ahmet Ertegun vor über 70 Jahren in New York City Atlantic Records gründete, wollte er einfach nur Künstler fördern, die er selbst gut fand, und die Art von Platten produzieren, die er selbst gern kaufen würde. In den ersten 20 Jahren ab 1952 waren das Soul-Musiker wie Ray Charles und viele andere Künstler, die bei Stax in Memphis unter Vertrag standen und von Atlantic vertrieben wurden. Aretha Franklin, Otis Redding, Wilson Pickett, Percy Sledge und viele weitere würden folgen. Im Lauf der Zeit verlegte sich Atlantic mit Gruppen wie den Rolling Stones, Led Zeppelin oder Genesis zunehmend auf Rock. Heute dominiert das Label dank Künstlern wie Bruno Mars, Ed Sheeran und Sia die Musikbranche.

Am besten erlebt ihr den Soul von Atlantic Records in den Fußstapfen der einzelnen Künstler. Als erste Station käme Aretha Franklins Detroit, Michigan, in Frage – natürlich mit einem Besuch im Motown Museum und einem Streifzug durch die Clubs der Innenstadt. In den Südstaaten erfahrt ihr in Albany, Georgia, mehr über die frühen Jahre von Ray Charles und könnt dann in Greenville, Florida, seiner überlebensgroßen Statue im Haffye Hays Park einen Besuch abstatten. Nicht fehlen darf ein Abstecher zum Stax Museum in Memphis, Tennessee, wo unzählige der größten Hits von Atlantic eingespielt wurden. Enden kann ein Tag in Memphis selbstverständlich nur mit Livemusik in der Beale Street.

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