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Jazz-Sessions im Spotted Cat Music Club in der Frenchmen Street in New Orleans, Louisiana
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    Louisiana
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Die Musikrichtung des Jazz ist aus dem Blues des amerikanischen Südens hervorgegangen und hat sich von den USA aus in alle Welt verbreitet.

Der improvisierende Stil des modernen Jazz bezieht Anregungen aus anderen Genres – Blues, Ragtime, Rock und sogar Hip-Hop – und verweigert grundsätzlich jede Definition. In diesen sieben Städten vom amerikanischen Süden bis zum pazifischen Nordwesten ist der US-amerikanische Jazz zu Hause.

New Orleans, Louisiana: Der Geburtsort des Jazz

New Orleans war schon immer ein guter Nährboden für Musik und Tanz. Hier kamen bei der Entstehung des Jazz kreolische, afrikanische, französische und spanische Einflüsse zusammen. Angefangen bei Buddy Bolden, einem Sohn der Stadt, der den in den 1890er Jahren aufkommenden Jazz spielte, bis hin zu Musikern der Gegenwart wie Harry Connick Jr. und Wynton Marsalis lieferte die „Crescent City“ zahllosen Künstlern musikalische Inspiration. Im New Orleans Jazz Museum gibt es eine umfangreiche Sammlung mit Exponaten der Musikgeschichte. Bei einem Spaziergang entlang der lebhaften Frenchmen Street dringen aus Lokalen wie dem Spotted Cat Music Club oder dem Three Muses immer wieder Melodien an euer Ohr. Die Preservation Hall und der Little Gem Saloon sind zwei weitere Adressen für Jazzgeschichte und erstklassige Livekonzerte. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch Ende April und Anfang Mai, wenn das New Orleans Jazz & Heritage Festival stattfindet.

Straßenmusiker in New Orleans

Straßenmusiker in New Orleans
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Boston, Massachusetts: Jazz-Hochburg seit den 1940er Jahren

In der Nachkriegszeit der 1940er und 1950er Jahre erlebte der Jazz in Boston eine Blüte. Einen berühmten Veranstaltungsort aus dieser Zeit gibt es noch immer: Wally's Café Jazz Club. Das 1947 eröffnete Wally's ist eine Institution für Livemusik in intimer Atmosphäre. Abends finden im Wally's traditionsgemäß offene Jamsessions statt. Das The Beehive und der Scullers Jazz Club werden vom DownBeat Magazine zu den besten Jazzclubs der USA gezählt und sind unbedingt einen Besuch wert: Hier gibt es schmackhafte Speisen zu kreativer Musik. Wenn ihr euren Besuch zeitlich mit zwei renommierten Veranstaltungen abstimmt – dem Boston Jazz Fest im Seaport im August oder dem Berklee Beantown Jazz Festival im historischen Viertel South End im September –, könnt ihr Livekonzerte unter freiem Himmel erleben. Gastauftritte von Musikern stehen im Berklee Performance Center des Berklee College of Music regelmäßig auf dem Programm. Alternativ könnt ihr die Kaffeehaus-Atmosphäre des von Studierenden geführten Red Room im Café 939 genießen.

Vor dem Berklee College of Music in Boston

Vor dem Berklee College of Music in Boston
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Kansas City, Missouri: Der Jazz schlägt Wurzeln

Da die Alkoholprohibition in Kansas City praktisch nicht durchgesetzt wurde, konnten Nachtclubs ungehindert florieren. In dieser Zeit brachten Ben Parker, Big Joe Turner, Charlie Parker, das Count Basie Orchestra und das Coon-Sanders Original Nighthawk Orchestra ihre Kunst zur Perfektion. Im historischen Jazzviertel 18th and Vine könnt ihr entlang des Jazz Walk of Fame spazieren. Auch das American Jazz Museum und die Konzerte im Blue Room Jazz Club solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Das Parker-Denkmal ganz in der Nähe ist ein gutes Fotomotiv. In zahlreichen Clubs der Stadt ist allabendlich Livemusik zu hören. In der Green Lady Lounge, wo Ölgemälde an rot getünchten Wänden hängen, spielen lokale Musiker Jazz im authentischen Stil von Kansas City. Im Majestic Restaurant & Jazz Club, ehemals ein historischer Saloon, werden den Gästen klassischer Jazz und Steaks serviert. Der Verein Mutual Musicians Foundation International führt eine Tradition aus dem Jahr 1930 fort und hält immer freitags und samstags nach Mitternacht legendäre Jamsessions ab.

Das historische Jazzviertel 18th and Vine in Kansas City

Das historische Jazzviertel 18th and Vine in Kansas City
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Chicago, Illinois: Der Jazz hält Einzug in die Stadt

Es überrascht kaum, dass der Jazz in einer der kulturell vielseitigsten Städte der USA besonders gut gedeiht. Als Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche afroamerikanische Musiker aus den Südstaaten der USA den Mississippi entlang in die Industriestädte des Nordens zogen, hatten sie den Blues und den Jazz mit im Gepäck. Anklänge aus dieser Zeit finden sich noch im Green Mill Jazz Club, einer ehemaligen Flüsterkneipe in der Uptown von Chicago, die auf das Jahr 1907 zurückgeht. Im abwechslungsreichen Veranstaltungskalender stehen Solo-Gitarristen ebenso wie ganze Orchester. Ein weiterer historischer Club ist das Jazz Showcase, in dem seit 1947 jeden Abend und an Sonntagnachmittagen namhafte lokale und internationale Musiker auftreten. In Andy's Jazz Club & Restaurant könnt ihr euch nach dem Essen an der Bar niederlassen und jeden Abend zwei Bands sehen. Das Lokal befindet sich zwei Häuserblocks nördlich des Chicago River in bequemer Entfernung zum Grant Park und dem Einkaufsviertel Magnificent Mile. Außerdem finden in Chicago zwei Festivals statt, das Chicago Jazz Festival zum Labor Day Anfang September und das Hyde Park Jazz Festival Ende September.

Open-Air-Konzert am Jay Pritzker Pavilion im Millennium Park von Chicago

Open-Air-Konzert am Jay Pritzker Pavilion im Millennium Park von Chicago
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New York, New York: Ein Mekka des Jazz

Jazz ist der Soundtrack von New York City. Schon in den 1920er und 1930er Jahren sangen Duke Ellington, Jimmie Lunceford, Louis Armstrong, Billie Holiday und Cab Calloway im legendären Cotton Club in Harlem. Heute gibt es Jazz-Brunches, zwei Jazz-Museen – das National Jazz Museum und das Louis Armstrong House Museum – und Festivals wie die Jazz Age Lawn Party im August oder das Winter Jazzfest im Januar, die New York City zu einem Mekka des Jazz machen. So wäre es problemlos möglich, jeden Abend in einem anderen berühmten Club zu verbringen. In Dizzy's Club Coca-Cola, der zum Jazz at Lincoln Center gehört und von Wynton Marsalis geleitet wird, werden auch von der Südstaatenküche inspirierte Gerichte serviert. Bei den berühmten Late Night Sessions treten Nachwuchskünstler auf. Ein weiteres Muss ist der Birdland Jazz Club NYC, dessen erstes Konzert 1949 der weltberühmte Charlie „Bird“ Parker bestritt. Der Club zählt zu den führenden Veranstaltungsorten der Stadt und bietet neben Jazz-Musik auch Spezialitäten der Cajun-Küche. Das Blue Note ist eine feste Größe der Kulturlandschaft von Greenwich Village. Hier können Fans aus aller Welt lokale Musiker erleben, zu denen sich hin und wieder der eine oder andere Weltstar des Jazz mit auf die Bühne gesellt. Auch im Iridium, in dem Gitarrist Les Paul 14 Jahre lang jede Woche spielte, haben nach wie vor Starmusiker ihre Auftritte. Bei der Fülle an Angeboten könnte man leicht etwas verpassen. Glücklicherweise bietet der Smalls Jazz Club einen kostenlosen Live-Stream aller seiner Konzerte.

Der legendäre Cotton Club, ein Wahrzeichen von Harlem in New York City

Der legendäre Cotton Club, ein Wahrzeichen von Harlem in New York City
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Chattanooga, Tennessee: Jazz für die Massen

Chattanooga ist nicht nur für traditionelle Südstaatenküche und reizvolle Natur bekannt, sondern auch als Geburtsort von Bessie Smith, Jimmy Blanton, Lovie Austin und dem Grammy-Gewinner Yusef Lateef. Nicht zuletzt dank des Engagements der gemeinnützigen Initiative Jazzanooga, die sich der Bewahrung lokaler Musikgeschichte verschrieben hat und von August bis Oktober allwöchentlich die Levitt AMP Chattanooga Music Series organisiert, spielt Chattanooga auch heute im amerikanischen Jazz eine wichtige Rolle. Das ganze Jahr über veranstaltet Jazzanooga ein abwechslungsreiches Kulturprogramm, zu dem ein Festival, Konferenzen und Diskussionen zum Thema Jazz und Kunst im Allgemeinen gehören. Im Barking Legs Theater finden jeden Mittwochabend kostenlose „Jazz in the Lounge“-Konzerte und einmal monatlich eine Jamsession statt. An Donnerstagabenden wird im St. John's Meeting Place live Jazz gespielt. Im Songbirds Guitar Museum können Musikfans eine Sammlung seltener Gitarren bewundern, während das Bessie Smith Cultural Center eine Ausstellung zur Künstlerin zeigt.

Blick über den Tennessee River auf die Skyline von Chattanooga

Blick über den Tennessee River auf die Skyline von Chattanooga
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Seattle, Washington: Eine große Musiktradition

Eine weitere Stadt, in der während der Prohibition Alkoholgenuss und Flüsterkneipen nur nachlässig verfolgt wurden, ist Seattle. In der Folge blühte auch hier die Jazz-Szene auf. Musiker wie Quincy Jones, Ray Charles und Ernestine Anderson begannen hier ihre Karriere. Dabei hat Seattle nicht nur beliebte Clubs wie Tula's Restaurant and Jazz Club, Dimitriou's Jazz Alley, The Triple Door und Seamonster Lounge zu bieten, sondern auch mehrere Festivals. Das Earshot Jazz Festival im Oktober und November ist das größte Jazz-Festival der Stadt. Außerdem lohnt sich ein Besuch im Mai zum Bellvue- oder zum Ballard-Festival sowie im Juli zum Jazz in the Valley.

Trombone Shorty & Orleans Avenue live beim Musikfestival Bumbershoot in Seattle

Trombone Shorty & Orleans Avenue live beim Musikfestival Bumbershoot in Seattle
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