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Hütte im Bayou Country

Louisiana

New Orleans und das Bayou Country: eine Reise zu Louisianas Wurzeln

Nach: Amy C. Balfour

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    Louisiana

Das üppige „Bayou Country“ zählt zu den legendären Südstaaten-Landschaften und ist bekannt für Meeresfrüchte, eine artenreiche Tierwelt und die lebhafte Kultur der Cajuns.

Von schattigen, mit dichten Zypressenhainen durchzogenen Sümpfen bis hin zu sonnenverwöhnten Marschlandschaften, die verschiedenen Reiherarten als Lebensraum dienen: Das Mississippi-Delta entführt euch in eine feuchte, aber äußerst fotogene Wunderwelt. Das Flussdelta erstreckt sich über einen Großteil des südlichen Louisianas. Neben dem Mississippi selbst münden hier auch mehrere andere Flüsse – einschließlich ihres mitgeführten Schichtgesteins – in den Golf von Mexiko.

Die Highlights von New Orleans

Idealer Ausgangspunkt für eure Erkundungstour ist New Orleans. Gastronomie, Musik und Architektur stehen hier ganz im Zeichen der kreolischen und multikulturellen Wurzeln der Stadt.

New Orleans wurde im frühen 18. und frühen 19. Jahrhundert von Einwanderern aus Frankreich, Spanien und der Karibik sowie westafrikanischen Sklaven besiedelt. Ihre Nachkommen, die Kreolen, pflegen ihre lebendige Kultur bis heute und tragen damit entscheidend zur kulturellen Vielfalt der Stadt bei. Die bunt angestrichenen kreolischen Cottages und die Stadthäuser mit den typischen Balkonen im French Quarter sind beliebte Fotomotive. Das Eintopfgericht Gumbo verbindet Aromen aus verschiedenen Erdteilen – westafrikanische Okra, die schon von den amerikanischen Ureinwohnern geschätzten Lorbeerblätter und französische Roux – zu einem herzhaften Gesamtkunstwerk. Das Veranstaltungsprogramm in New Orleans zeichnet sich oft durch seine schillernde Bandbreite aus. Ganz gleich, ob ihr ein Faible für Hunde, Damenschuhe oder Chewbacca habt – beim Mardi Gras gibt es die dazu passende Parade.

Nachdem ihr euch im Café du Monde im French Quarter bei Kaffee und Beignets gestärkt habt, lohnt sich ein Abstecher zum Jackson Square auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die historische Straßenbahn in Richtung St. Charles hält unweit vom National WWII Museum und ruckelt dann gemächlich quer durch den Garden District. Den stilvollen Abschluss eurer Stadtbesichtigung bilden ein klassisches „Po’boy“-Sandwich in der Parkway Bakery and Tavern und eine Jazz-Session in der Preservation Hall.

Das French Quarter in New Orleans ist bekannt für seine Backsteinhäuser, die typischen Balkone und das bunte Sprachengewirr.

Das French Quarter in New Orleans ist bekannt für seine Backsteinhäuser, die typischen Balkone und das bunte Sprachengewirr.
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Von New Orleans ins Bayou Country

Das Delta erkundet ihr am besten mit dem Auto. Der amerikanische Highway 90 ist die Hauptverkehrsader durch die tief liegenden Feuchtgebiete der Region. Er zieht sich von New Orleans 245 km in westlicher Richtung bis Lafayette, Louisiana.

Jean Lafitte National Historical Park & Preserve

Einen ersten Zwischenstopp solltet ihr am Jean Lafitte National Historical Park & Preserve einlegen. Lafitte war ein französisch-amerikanischer Pirat, der Anfang des 19. Jahrhunderts aus seinem Versteck in den Sümpfen südlich von New Orleans mit geschmuggelten Waren und Sklaven handelte. Heute schlängeln sich im 9.308 ha großen Barataria Preserve hölzerne Stege im Zickzackkurs durch die gespenstischen Feuchtgebiete – vorbei an Alligatoren, Sumpfzypressen, Lebenseichen und einem Muschelberg der amerikanischen Ureinwohner. 95 km weiter westlich im Wetlands Acadian Cultural Center in Thibodaux dreht sich alles um die Kultur der Cajuns. Die Cajuns sind die Nachkommen frankokanadischer Flüchtlinge, die sich Ende des 18. Jahrhunderts im Bayou Country angesiedelt haben. Viele von ihnen bestritten ihren Lebensunterhalt, indem sie in den Bayous auf Fischfang und Jagd gingen. Im Frühling und Herbst werden im angrenzenden Bayou Lafourche Ranger-geführte Bootstouren angeboten.

Das Ökosystem Sumpf

Das Mississippi-Delta schrumpft in rasantem Tempo: Pro Stunde verschwindet eine Fläche von der Größe eines Football-Feldes (110 x 49 m). Schuld daran ist sowohl der Mensch als auch die Natur selbst. Den besten Eindruck von der Schönheit dieses zerbrechlichen Ökosystems erhaltet ihr 26 km weiter südlich in Houma. Die 34.000-Einwohner-Stadt liegt am Intracoastal Waterway und mehreren Bayous und eignet sich damit ideal für Ausflüge in die Sümpfe. Ökologisch ausgerichtete Touren sind ebenso im Angebot wie Bootsfahrten, bei denen ihr Alligatoren füttern könnt oder mehr über die regionale Geschichte und Kultur erfahrt. Vielleicht erhascht ihr ja unterwegs sogar einen Blick auf den rätselhaften Rougarou: Diese glutäugige, werwolfähnliche Kreatur streift den Legenden der Cajuns zufolge durch die Sümpfe und macht Jagd auf ungezogene Kinder und Katholiken, die gegen das Fastengebot verstoßen.

In den Sümpfen im Mississippi-Delta leben unter anderem Alligatoren und Cajuns.

In den Sümpfen im Mississippi-Delta leben unter anderem Alligatoren und Cajuns.
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Avery Island: Jungle Gardens und Tabascosoße

Avery Island ist eine riesige Salzdominsel. Seit 1868 wird das Salz von der Familie McIlhenny abgebaut und zu den berühmten Tabasco-Pfeffersoßen der gleichnamigen Marke verarbeitet. Bei der Fabriktour erfahrt ihr alles Wissenswerte über die Herstellung dieser scharfen Soße, die bei kaum einem Essen fehlen darf. Anschließend könnt ihr gleich noch durch die üppigen Jungle Gardens schlendern, die 1935 vom Firmenchef Edward Avery „Ned“ McIlhenny der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. In dem weitläufigen, 69 ha großen Park am Bayou Petite Anse wimmelt es nur so vor exotischen Pflanzen, bunten Blüten und Lebenseichen. Wundert euch außerdem nicht, wenn vor euch schwerfällige Alligatoren über den Weg tapsen oder unvermittelt schneeweiße Silberreiher in die Luft steigen.

Gastronomie und Unterhaltung in Lafayette und Breaux Bridge

48 km weiter nördlich befindet sich mit Lafayette und der angrenzenden Kleinstadt Breaux Bridge das pulsierende Zentrum der Cajun-Kultur. Nachts zieht es Besucher und Einheimische in Scharen in den legendären Blue Moon Saloon in Lafayette, wo sie sich zu den mitreißenden Rhythmen von Cajun- und Zydeco-Bands wiegen. Das Tanzbein könnt ihr auch im Café Des Amis in Breaux Bridge schwingen. Samstagvormittags spielen hier zum Cajun-Frühstück Zydeco-Bands auf.

Anfang Mai strömen über 35.000 Besucher zum Breaux Bridge Crawfish Festival in diesen charmanten Ort. Die Flusskrebse, die kleinen Hummern ähneln, haben etwa von März bis Juni Saison und sind aus der Regionalküche nicht wegzudenken. Bestellt euch im Louisiana Crawfish Time in Lafayette eine Portion gekochtes Krebsfleisch zum Mitnehmen und lasst euch die „Mudbugs“ dann an den Bayou Cabins – mit funkelnden Lichterketten geschmückte Holzhütten am Bayou Teche – schmecken.

Das Café Des Amis in Breaux Bridge unterhält seine Gäste zum Cajun-Frühstück mit Zydeco-Klängen.

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