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Rhyolite, Nevada
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  • Bundesstaaten:
    Nevada

Mit dem Entdecken des Silbervorkommens in Nevada im Jahr 1859 strömten Scharen von begierigen Menschen aus dem Osten der USA in den Bundesstaat, was dazu führte, dass Boomtowns wie Pilze aus dem Boden schossen.

Nachdem die Gold- und Silberfunde allmählich versiegten, zogen die Glücksuchenden etwa um die Jahrhundertwende weiter und ließen dabei teilweise ihre Siedlungen, Häuser und Bergbaugeräte zurück. Heute liegen mehr als 600 Geisterstädte im ganzen Bundesstaat verteilt, was mehr als der Gesamtanzahl an bewohnten Städten in Nevada entspricht. Viele dieser Orte befinden sich in der nördlichen Hälfte Nevadas, einige weisen sogar nur eine Handvoll Bewohner auf und gehören daher zu den noch bewohnten Geisterstädten. Folgenden sechs Geisterstädten solltet ihr unbedingt einen Besuch abstatten:

Rhyolite

Während ihrer Blütezeit wartete die Stadt Rhyolite mit 50 Saloons, 35 Spieltischen und 19 Unterkünften für gerade einmal 5.000 Einwohner auf. 1910 wurden die letzten Goldminen stillgelegt, nachdem San Francisco von einem Erdbeben heimgesucht wurde, das den Bahnverkehr zu der Bergbaustadt in Nevada zum Erliegen brachte. Heute gilt Rhyolite als eine der meistfotografierten Geisterstädte im US-Bundesstaat.

Das Eisenbahndepot in Rhyolite, Nevada

Das Eisenbahndepot in Rhyolite, Nevada
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Jarbidge

Im Nordwesten Nevadas findet ihr die noch bewohnte Geisterstadt Jarbidge. Der verschlafene Ort inmitten weitläufiger Landschaft ist eine der letzten Städte, in die zu Zeiten des Goldrauschs im Westen der USA begierige Goldgräber einfielen. Die meisten Goldminen schlossen jedoch mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs endgültig ihre Pforten. Noch heute können hier die originalen Hütten und Behausungen der Goldgräber sowie das ehemalige Gefängnis der Stadt besichtigt werden.

Das ehemalige Gefängnis in Jarbidge, Nevada

Das ehemalige Gefängnis in Jarbidge, Nevada
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Goldfield

Die zwischen Reno und Las Vegas liegende Stadt Goldfield wies zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Einwohnerzahl von 30.000 auf und hat einen der höchsten Bevölkerungsrückgänge verzeichnet. Heute leben weniger als 300 Menschen in der ehemaligen Boomtown, die fast vollkommen zerstört wurde. Bis heute erhalten geblieben sind das mit Lampen von Tiffany and Co. ausgestattete Gerichtsgebäude und das Goldfield Hotel, in dem es spuken soll.

Das alte Goldfield Hotel in Goldfield, Nevada

Das alte Goldfield Hotel in Goldfield, Nevada
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Pioche

Mit dem Ausbruch des Silberrauschs strömten ganze Menschenscharen nach Pioche. Die Stadt konnte zwar eine florierende Wirtschaft aufweisen, war aber nicht ganz ungefährlich, da hier oftmals Schießereien auf offener Straße ausgetragen wurden. Als letzte Ruhestätte diente der Boot Hill Cemetery, der neben der damaligen Seilbahn zu finden war. Ein Besuch des Million Dollar Courthouse oder des gespenstischen Overland Hotel & Saloon sollte auf eurer Liste ebenfalls ganz oben stehen.

Das Pioche Fire House in Pioche, Nevada

Das Pioche Fire House in Pioche, Nevada
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Belmont

Die im Herzen des Bundesstaats gelegene Stadt Belmont beherbergt zahlreiche Gebäude, die mittlerweile mehr als 150 Jahre alt sind, jedoch oftmals kein Dach mehr besitzen. Als die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts nahezu vollkommen verlassen war, wollten die Goldsucher das Holz nicht zurücklassen, da es in den Wüsten von Nevada nur schwer zu bekommen war. Stattet dem Belmont Courthouse und den Ruinen des Pochwerks unbedingt einen Besuch ab.

Belmont, Nevada

Belmont, Nevada
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Berlin

Berlin wurde Ende des 19. Jahrhunderts kurz nach Entdecken des Silbervorkommens in den nahe gelegenen Hügeln im Zentrum Nevadas gegründet. Die Geisterstadt befindet sich heute in Obhut der Nevada State Parks und beherbergt alte, eingerichtete Behausungen der Goldgräber, eine Maschinenfabrik sowie ein Pochwerk mit 30 Stempeln und einem davor parkenden, alten Ford-Truck, das zweifellos zu einem der meistfotografierten Motive in Nevada zählt. Ebenfalls einen Besuch wert ist das Fossil House, das das weltweit größte Vorkommen an Ichthyosaurier-Fossilien beherbergt.

Das alte Pochwerk in Berlin, Nevada

Das alte Pochwerk in Berlin, Nevada
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Unionville

Die Stadt Unionville erlangte dadurch Berühmtheit, dass sie aufgrund ihres Vorkommens an Golderz die Aufmerksamkeit von Persönlichkeiten wie dem US-amerikanischen Autor Mark Twain erregte, der in seinem Buch „Roughing It“ (Durch dick und dünn) über seine Zeit vor Ort berichtete. So zog Twain damals von Missouri nach Unionville und bezog eine kleine Hütte, die in die Hügellandschaft eingebettet war. Heute können Besucher die Hütte aus nächster Nähe bestaunen. Da sie den Witterungseinflüssen mehr als ein Jahrhundert lang ausgesetzt war, ist es jedoch zu gefährlich, die Behausung zu betreten.

Sicherheitshinweise

Viele Geisterstädte sind an abgelegenen Orten zu finden. Es empfiehlt sich daher, mit einem Geländewagen anzureisen. So lauern mancherorts Gefahren wie offene, stillgelegte Minen und Stollen, die nicht ausreichend geschützt sind und tief in den Untergrund führen. In einigen verlassenen Gebieten ist der Handyempfang stark eingeschränkt. Wenn ihr die alten Häuser und Gebäude näher unter die Lupe nehmt, hinterlasst bitte alles genauso, wie ihr es vorgefunden habt.

Erlebnisse der besonderen Art versprechen diese fünf abgefahrenen Sehenswürdigkeiten in den USA.

Goldwell Open Air in Rhyolite, Nevada

Goldwell Open Air in Rhyolite, Nevada
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