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So wurde der Poverty Point ein UNESCO-Welterbe
Louisiana Office of Tourism
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    Louisiana

Bedeutsames Geschichts- und Kulturerbe in der nordöstlichen Ecke Louisianas

Das Poverty Point National Monument liegt rund 150 km westlich von Jackson, Mississippi, und ist die 22. UNESCO-Welterbestätte in den USA. Wie in den UNESCO-Kriterien gefordert, stellt Poverty Point „ein einzigartiges oder außergewöhnliches Zeugnis einer kulturellen Tradition oder einer bestehenden oder untergegangenen Kultur“ dar.

Auszeichnung als UNESCO-Weltkulturerbe

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Um ein UNESCO-Welterbe zu werden, musste Poverty Point nominiert werden, seine nationale Bedeutung herausstellen und ausreichend Schutzmaßnahmen nachweisen, um eine langfristige Erhaltung zu garantieren.

kniemla/Flickr

Die riesigen Erdberge am Poverty Point sind auf den ersten Blick nicht sehr eindrucksvoll, aber sie geben einen Hinweis darauf, wie Zivilisationen vor Tausenden Jahren gelebt haben.

Die Bewerbung war durchaus eine Herausforderung, erinnert sich Diana Greenlee, Archäologin und Professorin an der University of Louisiana at Monroe. „Die meisten Welterbestätten sind wahre Bilderbuchmotive. Wir mussten uns viele Gedanken darüber machen, wie wir unsere Bewerbung ansprechend präsentieren. (…) Poverty Point ist ein hochinteressanter Ort, aber auf den ersten Blick sind es einfach nur ein paar Erdhaufen.“

Doch diese Erdhaufen haben es in sich. Die Geschichte von Poverty Point geht bis in die Zeit des ägyptischen Pharaos Tutanchamun zurück und ist bis heute weitgehend ungeklärt. Archäologen wissen, dass zwischen 1700 und 1100 v. Chr. Jäger und Sammler in dieser Gegend von Louisiana lebten. Sie erbauten die faszinierende Anlage aus konzentrischen C-förmigen Erdhügeln, von denen einer knapp 22 m hoch ist. Die Bedeutung hinter diesen Erdarbeiten ist unbekannt, aber ein vergleichbares Ausmaß hatte es in dieser Größenordnung bisher nicht gegeben. „Was Poverty Point so einzigartig macht, sind die Komplexität der Anlage und die Tatsache, dass die enormen Hügel aus dem Nichts zu kommen scheinen“, erklärt Greenlee.

Louisiana Office of Tourism

Der höchste Erdhügel am Poverty Point misst 22 m.

Über den Zweck der Erdanlagen am Poverty Point gibt es einige Theorien. Die Anlage könnte zum Beispiel als eine Art Versammlungsort genutzt worden sein. Greenlee: „Wir können nur vermuten, was mit den Hügeln bezweckt wurde. Sie scheinen aber ein Symbol für Macht und Wohlstand zu sein.“ Ihrer Meinung nach könnten die Hügel ein Signal an Fremde gewesen sein, das als Warnung diente und half, Konflikte zu vermeiden.

Das Rätsel um den merkwürdigen Namen ist deutlich leichter zu lösen. Poverty Point wurde nach einer Plantage benannt, die im 19. Jahrhundert ganz in der Nähe der Erdhügel lag.

Ihr könnt Poverty Point auf verschiedene Weise erkunden – im Rahmen einer einstündigen geführten Rundfahrt oder auf eigene Faust mit dem Auto oder zu Fuß. Eine Wanderung rund um das Areal dauert ca. zwei Stunden. Im Besucherzentrum bekommt ihr Karten und Broschüren. Außerdem gibt es ein Museum und ein kleines Infokino.

Bart Everson/Flickr

Besucher auf dem Rundweg über das historische Areal am Poverty Point

Am Poverty Point gibt es auch regelmäßige Vorführungen und interaktive Programme, etwa zur Herstellung von Feuersteinspitzen oder dem Speerweitwurf mit Nachbildungen einer altertümlichen Speerschleuder („Atlatl“). Im Angebot sind außerdem verschiedene handwerkliche Workshops und von Rangern geleitete Nachtwanderungen, bei denen ihr die Stätte im Sternenlicht erleben könnt.

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