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Ureinwohnerkultur beim United Tribes International Powwow

North Dakota

Ureinwohnerkultur beim United Tribes International Powwow

North Dakota Tourism/Jason Lindsey
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    North Dakota

Ein Wochenende im Zeichen von Tanz, Gesang und Trommelkunst

Hunderte Angehörige von mehr als 70 Stämmen aus allen Regionen der USA versammeln sich jedes Jahr zum United Tribes International Powwow in der Lone Star Arena des United Tribes Technical College in Bismarck, North Dakota. Seit mittlerweile bald 50 Jahren lockt die dreitägige Großveranstaltung rund um die einzigartige Kultur der Ureinwohnergemeinden Tausende Besucher in die Great Plains.

Über das International Powwow

Schon lange vor Ankunft der ersten Europäer war Nordamerika von eingeborenen Völkern mit ganz unterschiedlichen Kulturen und Bräuchen besiedelt. In regelmäßigen Abständen legten die Stämme traditionell ihre Differenzen beiseite, um bei sogenannten „Powwows“ oder Versammlungen gemeinsam zu feiern, bei Wettkämpfen gegeneinander anzutreten und Diplomatie zu betreiben. Heute wird dieser Brauch jeden September mit dem International Powwow fortgeführt. Besucher haben dabei die Möglichkeit, sich hautnah über die traditionellen Tänze, Trommeldarbietungen, Gesänge und Kunsthandwerksfertigkeiten der einzelnen Stämme zu informieren. Zu den Teilnehmern zählen unter anderem die Turtle Mountain Band of Chippewa Indians, die Standing Rock Dakota-Lakota, die Yavapai-Apache Nation und die Sisseton-Wahpeton Oyate.

Kunst und Kunsthandwerk

Die amerikanischen Ureinwohner sind berühmt für ihre einzigartigen Schmuckgegenstände, Töpferwaren, Teppiche, Körbe, Webartikel und andere erlesene Gegenstände aus Gold, Silber, Edelsteinen und Perlen, die jeweils die ästhetischen Vorlieben und kulturellen Bräuche ihres Stamms widerspiegeln. Während die nördlichen Stämme besonders gern mit Gold aus den Black Hills arbeiten, bevorzugen die Stammesangehörigen aus dem Südwesten des Landes Silber, Türkis und Edelsteine. Über 40 Künstler verkaufen ihre Werke beim Powwow. Das Sortiment reicht von aufwändig von Hand gestaltetem Schmuck über Kriegsschilder bis hin zu Töpferwaren, die Einblick in die Geschichte und handwerklichen Traditionen des jeweiligen Stamms vermitteln.

Gesang und Tanz

Tänze spielen in allen nordamerikanischen Völkern eine große Rolle. Obwohl sich der individuelle Tanzstil unterscheidet, haben fast alle Stämme dieselben Arten von Tänzen. Diese werden oft als erzählerisches Mittel genutzt und von einer Generation an die nächste weitergegeben. Während einige Tänze und Lieder als Gebet für eine erfolgreiche Jagd oder Schlacht fungierten, sollten andere (etwa der Regen- oder Sonnentanz) den Schöpfer dazu bewegen, das Wetter zu ändern. 

Das ganze Wochenende hindurch finden beim Powwow mehrere Wettbewerbe in Kategorien zu traditionellen Tänzen, Kostümen und Gesängen statt, deren Sieger von einer Jury gekürt werden. Die Tänzer treten in schillerndem Federkostüm und -kopfschmuck sowie mit farbenprächtigen Reifen an und werden von drei bis vier Powwow-Trommeln begleitet. 

Beim „Glöckchentanz“ tragen die Frauen ein sogenanntes „Jingle-Kleid“, an dem Dutzende Metallkegel befestigt sind, die im Rhythmus der Tanzbewegungen ein klingelndes Geräusch erzeugen. An verschiedenen traditionellen Tänzen wie dem „Freundschaftstanz“ dürfen auch Zuschauer teilnehmen.

Kulinarische Spezialitäten

Das gastronomische Angebot beim Powwow besteht zum größten Teil aus süßen und herzhaften Jahrmarkt-Klassikern wie Hotdogs, Popcorn oder Zuckerwatte. Dazwischen finden sich hin und wieder auch traditionelle Ureinwohnerspezialitäten wie Fry Bread (frittierte Teigfladen). Den Höhepunkt bildet das jährliche Büffel-Barbecue mit Büffelsteaks und Büffelburgern sowie Krautsalat, Kartoffeln, Maiskolben und anderen Beilagen.

Weitere Ureinwohnerstätten

Der Besuch beim International Powwow lässt sich gut mit einem Streifzug durch die traditionsreiche Kultur der zahlreichen Mandan-Stämme in der Region rings um Bismarck verbinden. Nur rund 20 km vom Powwow-Gelände entfernt gibt es z. B. im  On-A-Slant Mandan Indian Village ein 400 Jahre altes Dorf mit rekonstruierten Erdhäusern zu besichtigen. In Bismarck lohnt sich ein Rundgang durch das Double Ditch Indian Village mit Überresten von Häusern, Abfallhügeln und Befestigungsanlagen oder ein Abstecher zu den archäologischen Ausgrabungsstätten im Chief Lookings Village im Pioneer Park.

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