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Filmen eines Bären beim Lachsfischen für „America Wild: Die schönsten Nationalparks“

Alaska

Wie man einen Bären beim Lachsfischen filmt

Nach: Chris Blose

von Brad Ohlund/MacGillivray Freeman Films
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  • Bundesstaaten:
    Alaska

Jedes Jahr schwimmen über eine Million Lachse vom Meer gegen den Strom in Bäche und Flüsse hinauf – ein faszinierendes Naturschauspiel, das ihr auch im Katmai-Nationalpark in Alaska beobachten könnt.

Reisende haben hier die einmalige Chance, ein wunderbares Naturphänomen zu beobachten. Auch Filmemacher sind zu dieser Zeit immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Aufnahmen: Mit etwas Glück bekommen sie einen hungrigen Braunbären beim Lachsfischen vor die Linse.

„Es sieht einfach aus“, sagt Kameramann Brad Ohlund von MacGillivray Freeman Films. „Aber hinter einer besonderen Aufnahme steckt eine Menge Arbeit.“

Ohlund lieferte im Rahmen der Dreharbeiten bei der Lachswanderung im Katmai-Nationalpark exklusive Einblicke. Zusammen mit Kameraassistent Nick Savander und Fotograf Mark Emery verbrachte er dort etliche Tage, um dieses einmalige Schauspiel in Bildern festzuhalten. Dies ist eine von vielen unglaublichen Szenen, die im Großformat-Film über die amerikanischen Nationalparks zu sehen sein werden. Wie bei allen Meisterwerken entstand diese Aufnahme durch die ideale Verbindung von Zeitpunkt, Planung und einer Prise Glück.

Vorbereitung ist alles

Es gibt keine Straßen nach King Salmon, der Stadt in Alaska, die in kürzester Entfernung zum Park liegt. Auch Zugangsstraßen in den Katmai-Nationalpark selbst gibt es nicht. Das bedeutet, dass die gesamte Ausrüstung, die für einen Großbild-Film benötigt wird, eingeflogen werden musste.

...und das war noch eine der leichteren Übungen. Doch was war die größte Herausforderung? Ganz klar: der Versuch, beim Campen in der Wildnis mit einer hochauflösenden Zeitlupenkamera zu filmen.

„Unsere Zeitlupenkamera nimmt 400 Bilder pro Sekunde auf, und die Dateien sind enorm groß“, so Ohlund. „Nick musste jeden Abend nach King Salmon zurückfliegen, um in einem Hotel alle Daten herunterzuladen. Ein warmes Bett klingt toll, aber an viel Schlaf war nicht zu denken. Alle paar Stunden musste er aufstehen, um die Speicherkarten zu wechseln. Am nächsten Morgen kehrte er dann zurück, um uns bei den Aufnahmen zu helfen.“

Es gab außerdem immer eine Menge schweres Zeug zu heben. Jeden Tag mussten die Teammitglieder jeweils etwa 32 kg Ausrüstung zwischen 16 und 19 km schleppen. Transportwagen waren dabei eine große Hilfe.

Auch unser Wissen über den Umgang mit Bären sollte sich als äußerst nützlich erweisen. Beim Filmen an den Brooks Falls im Herzen des Parks wollten sie Bären vor die Kamera bekommen – aus sicherer Distanz. Am Ende kamen sie den Bären näher als ihnen lieb war.

„Plötzlich standen wir vor einem 270 kg schweren Bären, der direkt auf uns zu kam“, erzählt Ohlund. „Er sah aus, als freue er sich schon auf sein Mittagessen. Wir begannen damit, Lärm zu machen und Zweige abzubrechen. Damit konnten wir ihn zum Glück vertreiben.“  

Die Aufnahme eines Grizzlys beim Lachsfang war kein leichtes Unterfangen. Aber für die Crew von MacGillivray Freeman Films hat sich das Warten gelohnt.

Fantastische Aufnahme eines Grizzlybären beim Lachsfischen
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Brad Ohlund/MacGillivray Freeman Films

Nur Geduld

Als die Filmcrew im August im Katmai-Nationalpark ankam, war die Situation nicht gerade vielversprechend: Es hieß, in diesem Jahr gäbe es nicht so viele Fische wie sonst. Wenige Fische heißt normalerweise wenige Bären.

Ohlund hat im Laufe seiner Karriere als Filmemacher jedoch eines gelernt: Warten. Am vierten Tag begann sich das Blatt für das Team zu wenden.

„An diesem Tag stimmte einfach alles. Wir drehten stundenlang“, so Ohlund. „Wir konnten einige Aufnahmen von Fischen machen, die direkt in die Mäuler der Bären sprangen oder kleine Wasserfälle hinaufschwammen. Auch die Sonne schien – einfach perfekt.“

„Diese Perfektion verdanke ich meiner Geduld“, erklärt Ohlund. Wenn man auf der Suche nach der perfekten Aufnahme ist, muss man oftmals stundenlang durch die Kameralinse schauen. Alles in der Hoffnung, dass sich das Warten lohnt. Dabei können die Augen schon sehr müde werden.

„Wenn man dann im entscheidenden Moment nicht perfekt vorbereitet ist oder schnell genug reagiert, war alles umsonst“, so Ohlund. „Der Tag, an dem wir diese beeindruckenden Bilder einfangen konnten, hat uns für unsere Mühen entlohnt.“

Diese und weitere spektakuläre Szenen der amerikanischen Wildnis könnt ihr im Film Wild America: Die schönsten Nationalparks - präsentiert von Expedia und Subaru - sehen, der 2016 weltweit in ausgewählten Kinos ausgestrahlt wird.

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